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Algeriens Präsident : Aus der Klinik in den Machtkampf

Geschwächte Ansprache: Präsident Abdelmadjid Tebboune wendet sich am 13. Dezember per Video an das algerische Volk. Bild: AFP

Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune hat eine zweimonatige Corona-Erkrankung überstanden. Behandelt wurde er in Deutschland. Nun steht er in seiner Heimat vor gewaltigen Herausforderungen.

          3 Min.

          Zwei Monate lang hat sich der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune in der Universitätsklinik Köln wegen einer Covid-19-Erkrankung behandeln lassen. Während dieser Wochen erfuhren die Algerier nicht, wie es um die Gesundheit ihres Präsidenten stand. In seinem Alter, 75 Jahre, gehört er zur Risikogruppe, zudem gilt er als schwerer Raucher und ist für seinen ungesunden Lebensstil bekannt. Während seines Aufenthalts in Köln verpasste Tebboune sowohl den ersten Jahrestag seiner Wahl zum Präsidenten am 12. Dezember als auch ein Referendum zu Änderungen der algerischen Verfassung am 1. November.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Nur einmal wandte er sich in einer fünf Minuten kurzen Botschaft an die Algerier. Dabei wirkte er noch angeschlagen. Am Dienstagabend ist Tebboune nach Algier zurückgeflogen, und die Algerier rätseln nun, ob er nach seiner Erkrankung in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wieder aufzunehmen. Denn ähnlich wie bei seinem Vorgänger Abd al-Aziz Bouteflika, der seit einem Schlaganfall 2013 nur noch im Rollstuhl und stumm gesehen wurde, wird der Gesundheitszustand des Präsidenten wieder wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Seinen bislang letzten öffentlichen Auftritt hatte Tebboune am 15. Oktober, als er im Präsidialpalast Mouradiya den französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian empfing. Offenbar hat er sich kurz danach infiziert.

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