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Vorgezogene Semesterferien : Algerien schickt die Studenten nach Hause

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Am Rande der Proteste gibt es immer wieder Ausschreitungen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Bild: dpa

Seit Tagen demonstrieren zehntausende Menschen gegen eine neue Kandidatur des Präsidenten Bouteflika. Vor allem Studenten tragen die Bewegung, doch nun werden sie wohl dazu gezwungen, ihren Campus und die Hauptstadt zu verlassen.

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          Angesichts der Studentenproteste gegen Präsident Abdelaziz Bouteflika hat Algeriens Regierung kurzfristig den Beginn der Semesterferien vorgezogen. Sie sollen nun bereits am Sonntag beginnen, elf Tage früher als zunächst geplant, teilte das Hochschulministerium am Samstag in Algier mit. Viele Studenten dürften dadurch gezwungen werden, den Campus zu verlassen. Die Ferien dauern bis zum 4. April. Algeriens Universitäten sind Hochburgen des Protests gegen Bouteflika. In Algerien ist es üblich, dass Studentenwohnheime während der Semesterferien schließen. Viele Studenten reisen dann zurück in ihre Heimatorte abseits der großen Städte. Nach offiziellen Angaben studieren derzeit in Algerien mehr als 1,7 Millionen Menschen, 630.000 von ihnen leben in Wohnheimen.

          Die Menschen in Algerien protestieren seit Tagen gegen eine fünfte Amtszeit Bouteflikas. Der Präsident regiert das nordafrikanische Land seit fast 20 Jahren und will bei der Wahl am 18. April erneut kandidieren, obwohl er sich seit einem Schlaganfall vor sechs Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und im Rollstuhl sitzt. Derzeit befindet er sich in einer Genfer Klinik.

          Am Rande der Massenproteste kam es am Freitag auch zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei, mehr als 100 Verletzte Zivilisten mussten in einem Krankenhaus in Algier behandelt werden. Die algerischen Sicherheitsbehörden hatten zuvor auch von mehr als 100 verletzten Polizisten berichtet. Zudem haben Unbekannte das älteste Museum des Landes teilweise geplündert. Im Museum für Altertümer und Islamische Kunst in Algier seien „Gegenstände gestohlen und Büros der Museumsverwaltung angezündet“ worden, erklärte das algerische Kulturministerium am Samstag. Das Ministerium machte „Kriminelle“ verantwortlich, die im Schutz der Massendemonstrationen zur Tat geschritten seien. Den Angaben zufolge wurden auch Dokumente und Aufzeichnungen zerstört. Das Ministerium sprach von einem „Verbrechen gegen unser geschichtliches Erbe“.

          Zehntausende Menschen gehen auf die Straße

          Nur dem schnellen Einsatz der Feuerwehr sei es zu verdanken, dass der Brand nicht weiter um sich gegriffen habe. Die Polizei habe einen Säbel sicherstellen können, der aus der Zeit des algerischen Widerstands gegen die französische Kolonialmacht in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt. Das 1897 eröffnete Museum ist eines der ältesten auf dem afrikanischen Kontinent. Es liegt in der Hauptstadt an einer Kreuzung an einer der wichtigsten Zufahrtsstraßen zum Sitz des Präsidenten.

          Bei den bisher größten Protesten gegen Staatschef Bouteflika waren am Freitag landesweit zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Der zentrale Platz in Algier war nach Angaben von AFP-Reportern ebenso überfüllt wie die umliegenden Zufahrtsstraßen.

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