https://www.faz.net/-gpf-9m799

Der Wunsch nach Wandel : Es brodelt unter der Oberfläche

Am Freitag in Algier: Demonstranten fordern einen Wandel des politischen Systems. Bild: dpa

Algerien und Sudan zeigen, dass oft ein kleiner politischer Funke für einen Umsturz genügt – die Wut über eine rücksichtslose Erhöhung der Lebensmittelpreise oder die Selbstüberschätzung der Eliten.

          4 Min.

          Die Gesten wirken hilflos. Der algerische Übergangspräsident Abdelkader Bensalah bittet zum politischen Dialog, doch führende Oppositionelle wollen nicht mit ihm sprechen, und die Proteste ebben nicht ab. So sind am vergangenen Freitag zum neunten Mal in Folge wieder Hunderttausende Algerier friedlich demonstrierend durch ihre Städte marschiert. Nun soll am 4. Juli eine Präsidentenwahl den politischen Neustart bringen, aber erste Boykottankündigungen der Opposition machen die Runde. Denn die Demonstranten misstrauen den Politkern, die die Wahl am 4. Juli organisieren sollen: Sie alle stammen aus dem alten Regime, und bis vor wenigen Wochen hatten sie noch das Ziel verfolgt, Abdelaziz Bouteflika zum fünften Mal zum Präsidenten zu machen.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Dann aber hat das Militär die politische Notbremse gezogen und Bouteflika zum Rückzug genötigt. Auch in Sudan hatte das Militär den Präsidenten Omar al Baschir zum Rücktritt gezwungen. In Khartum soll fürs Erste ein Militärrat mit ziviler Beteiligung die Macht übernehmen, in Algier halten sich die Militärs bisher hingegen lieber im Hintergrund.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Krankhaftes Sexualverhalten : Wenn die Lust zur Qual wird

          Ähnlich wie Drogen- und Spielsüchtige sind auch Sexbesessene darauf aus, sich stets neue „Kicks“ zu verschaffen. Vielen Patienten könne eine Verhaltenstherapie helfen, sagen Forscher. Jedoch hilft nicht jeder Lösungsansatz.