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Algerien : Ein Land vor der Zerreißprobe

In Algerien wird es immer wahrscheinlicher, dass das Militär die Macht direkt übernimmt und die Wahlen verschiebt. Die Lage könnte dann schnell eskalieren.

          Algerien hatte die Massenproteste in der arabischen Welt, die 2011 zum Sturz mehrerer Langzeitherrscher führten, unbeschadet überstanden, weil Präsident Bouteflika politische und wirtschaftliche Reformen versprochen hatte. Zudem rief er aus, dass die Zeit seiner Generation „abgelaufen“ sei.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Zu den Reformen ist es nicht gekommen, und nun tritt der seit 1999 regierende und schwerkranke Bouteflika sogar für eine fünfte Amtszeit an. Bouteflika, der seit sechs Jahren im Rollstuhl sitzt und kaum sprechen, geschweige denn regieren kann, ist das Abbild der Stagnation Algeriens geworden. Viele Algerier haben den Stillstand und die Korruption satt. Sie wollen einen tiefgreifenden Wandel.

          Bouteflika kandidiert jedoch abermals, weil sich Militär und Staatsapparat nicht auf einen Nachfolger einigen können. Das verheißt instabile Zeiten, zumal die Proteste nicht abreißen.

          Immer wahrscheinlicher wird daher, dass das Militär die Macht direkt übernimmt und die für 18. April angesetzten Wahlen verschiebt. Dann aber stünde dem Land eine Zerreißprobe bevor, die schnell eskalieren kann.

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