https://www.faz.net/-gpf-12ezb

Algerien : Bouteflika Sieger der Präsidentenwahl

  • Aktualisiert am

Wahlkampf in Algerien: Bouteflika bei einer Rede in Bejaia Bild: dpa

Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika hat die Präsidentenwahl in Algerien gewonnen. Bouteflika habe 90,24 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, teilte das Innenminister am Freitag in Algier mit. Die Wahlbeteiligung betrug 74,54 Prozent.

          1 Min.

          Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika hat die Präsidentenwahl in Algerien gewonnen. Bouteflika habe 90,24 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, erklärte Innenminister Noureddine Yazid Zerhouni am Freitag in Algier. Die Wahlbeteiligung gab er mit 74,54 Prozent an.

          Die Opposition, von linksgerichteten Parteien bis hin zu Islamisten, hatte zu einem Boykott der Abstimmung aufgerufen. Sie befürchtete Wahlbetrug, wie er bei früheren Abstimmungen vorkam. Den fünf Gegenkandidaten Bouteflikas waren kaum Chancen eingeräumt worden.

          Wahl von gewaltsamen Zwischenfällen überschattet

          Die Wahl war von mehreren gewaltsamen Zwischenfällen überschattet gewesen. Bei einem Bombenanschlag in der Nähe eines Wahllokals in der Kabylei östlich von Algier seien zwei Polizisten verletzt worden, berichteten örtliche Medien. Regierungsgegner verwüsteten außerdem in der Nähe von Bouira vier Wahllokale und setzten Urnen in Brand.

          Bouteflikas fünf Gegenkandidaten, unter ihnen die linke Politikerin Louise Hanoune, konnten sich während des nur 19 Tage währenden offiziellen Wahlkampfs kaum profilieren. In der Hauptstadt waren fast ausschließlich Bouteflika-Plakate zu sehen. „Bitte blamiert mich nicht in den Augen des Auslands“, hatte Bouteflika immer wieder an die Bevölkerung appelliert.

          20.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

          Um mögliche Attentäter abzuschrecken waren in der Hauptstadt Algier am Donnerstag 20. 000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Hubschrauber kreisten über der Stadt. In Algerien kommt es fast täglich zu Anschlägen gegen Polizei und Militär. Erst am Mittwoch hatten Unbekannte drei Wachleute einer ausländischen Baufirma erschossen. Vier Soldaten wurden am selben Tag bei einem Bombenanschlag auf einen Konvoi verletzt. Nach Medienberichten hat die Armee in den vergangenen sechs Monaten 250 mutmaßliche Terroristen getötet. Offizielle Zahlen gibt es nicht.

          Bouteflika hatte im Wahlkampf allen Terroristen, die ihre Waffen abgeben, eine Generalamnestie zugesagt. Dies solle aber von der Bevölkerung in einer Volksabstimmung gebilligt werden. Die Opposition kritisiert, dass ein solcher Straferlass die juristische Aufarbeitung der Verbrechen verhindere. Algerien ist ein gas- und ölreiches Land, doch der Reichtum des Landes kommt der Bevölkerung bislang kaum zugute. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, und die Mehrheit der Jugendlichen träumt von einer besseren Zukunft in Europa.

          Weitere Themen

          Konflikt um Nagornyi Karabach eskaliert weiter Video-Seite öffnen

          Armenien gegen Aserbaidschan : Konflikt um Nagornyi Karabach eskaliert weiter

          Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan über die Region Nagornyi Karabach eskaliert weiter. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warf der Türkei vor, dschihadistische Kämpfer aus Syrien über ihr Staatsgebiet nach Nagornyi Karabach reisen zu lassen, um Aserbaidschan zu unterstützen.

          Topmeldungen

          Fluggesellschaften leiden unter der Corona-Krise und müssen Personal entlassen.

          Amerikanische Wirtschaft : Massenentlassungen kurz vor der Wahl

          Donald Trump steckt im Dilemma. Wenn er ein großzügiges Hilfspaket durchsetzt, gibt er zu, dass die Wirtschaft doch nicht so brummt, wie er immer behauptet.
          Französische Sicherheitskräfte nach dem Messerangriff vor dem früheren Redaktionsgebäude der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris

          Regierung in Paris alarmiert : Von Islamisten unterwandert

          Der Islamismus breitet sich in der französischen Gesellschaft immer weiter aus und dominiert mittlerweile ganze Stadtviertel. Die Regierung in Paris will ihn mit schärferen Gesetzen zurückdrängen.
          Ein Schlauchboot, mit dem Migranten über den Ärmelkanal nach Großbritannien übergesetzt sind.

          London will abschrecken : Fähren für Asylbewerber?

          Immer mehr Migranten erreichen Großbritannien über den Ärmelkanal. Die Regierung will die Migration jetzt eindämmen. Auch die Einrichtung von Asylzentren auf Papua Neuguinea soll dafür im Gespräch gewesen sein.
          Spuren der Verwüstung: Ein Mann steht in einem zerstörten Mehrfamilienhaus in Tartar, Aserbaidschan.

          Rohstoffförderer Aserbaidschan : Der Krieg einer Öl-Macht

          Aserbaidschan liefert wichtige Rohstoffe nach Europa. Ein militärischer Konflikt mit Armenien könnte die Handelsbeziehungen nun gefährden. Die Türkei will das verhindern – aus eigenem Interesse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.