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Verbindung zu Sexualstraftäter : Kann sich Trumps Arbeitsminister halten?

  • -Aktualisiert am

„Wir wissen heute viel mehr darüber, wie das Trauma von Opfern ihre Zeugenaussagen beeinflusst“, beteuerte Acosta. „Unsere Geschworenen sind verständnisvoller gegenüber widersprüchlichen Aussagen, verstehen besser, dass Erinnerungen, die von Traumata beeinflusst sind, anders funktionieren. Und heute erlauben unsere Richter kein victim-blaming.“ Barry E. Krischer, damals Staatsanwalt von Palm Beach, der damals den Bundesstaat Florida vertrat, wehrte sich gegen die Darstellung. Der Minister wolle „die Geschichte umschreiben“. Acosta habe schließlich die eigene Anklageschrift nach geheimen Verhandlungen mit Epsteins Anwälten zurückgezogen.

Ein guter Bekannter Trumps

Der „New York Times“ zufolge hatte Präsident Donald Trump darauf gedrängt, dass Acosta seine Rolle in dem Fall erklären sollte. Seine Mitarbeiter hätten ihm nach der Pressekonferenz am Mittwoch versichert, der Minister habe das gut gemacht. Trump äußerte sich zunächst nicht dazu. Für ihn geht es nicht nur um die Rolle seines Arbeitsministers, sondern auch um seine eigene Beziehung zu Epstein.

Bevor sie einen Konflikt hatten, über dessen Gründe spekuliert wird, waren beide gute Bekannte. Fotos zeigen sie zusammen beim Feiern in den 1990er Jahren. Trump sagte 2002 dem „New York Magazine“: „Ich kenne Jeff seit fünfzehn Jahren. Fantastischer Mann.“ Der damalige Immobilienunternehmer wurde weiter zitiert: „Man kann sehr viel Spaß mit ihm haben. Man erzählt sich sogar, dass er schöne Frauen so sehr mag wie ich, und viele davon sind ziemlich jung. Kein Zweifel – Jeff genießt sein Sozialleben.“

Es gibt Gerichtsdokumente aus einer Klage von 2016, als eine Frau detaillierte Anschuldigungen gegen Epstein und Trump erhob, sie als Jugendliche mehrfach vergewaltigt zu haben. Die Klägerin soll ihre Anzeige gegen beide zurück gezogen haben, weil sie um ihr Leben fürchtete, berichten amerikanische Medien. Nach Epsteins Verhaftung betonte Trump, er sei „kein Fan“ des Verdächtigen und beide hätten vor Jahren ein „Zerwürfnis“ gehabt. Sie hätten „seit vielleicht 15 Jahren“ nicht miteinander gesprochen.

Ein Bild von Jeffrey Epstein in der New Yorker Datenbank für Sexualstraftäter aus dem Jahr 2017
Ein Bild von Jeffrey Epstein in der New Yorker Datenbank für Sexualstraftäter aus dem Jahr 2017 : Bild: Reuters

Minister Acosta versicherte unterdessen, dass er immer noch Trumps Vertrauen genieße. An Gerüchten, dass der amtierende Stabschef im Weißen Haus, Mick Mulvaney, seine Ablösung gefordert habe, sei nichts dran. „Meine Beziehung mit dem Präsidenten ist außergewöhnlich gut“, sagte Acosta. Ganz so zuversichtlich scheint er aber nicht zu sein. Laut der „New York Times“ soll er sich bei Freunden schon nach Jobs für eine Zeit nach dem Ministeramt erkundigt haben. Mehrere Demokraten forderten, dass Acosta im Kongress zu dem Fall befragt werden sollte. Theoretisch möglich wäre auch, ein parlamentarisches Amtsenthebungsverfahren gegen ihn anzustrengen.

Epsteins mutmaßliche Verbrechen seien lange bekannt gewesen, sagen viele Beobachter. Der Fall wurde durch die investigative Arbeit der Journalistin Julie K. Brown vom „Miami Herald“ wieder aufgerollt. Die Staatsanwaltschaft in New York würdigte die Recherchen bei der Bekanntgabe von Epsteins Festnahme ausdrücklich.

Eine andere Journalistin, Vicky Ward, berichtete, wie sie vor mehreren Jahren von Epstein und „Vanity Fair“-Chef Graydon Carter dazu gezwungen worden sei, Informationen über Epsteins sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen unter den Tisch fallen zu lassen.

Durch das aktuelle Verfahren könnten nun auch andere Personen belastet werden. Nicht nur Trump war ein Freund des Multimillionärs. Auch der ehemalige Präsident Bill Clinton saß den Logbüchern zufolge über mehr als zwanzigmal im Privatflugzeug Epsteins. Clinton veröffentlichte nach Epsteins Festnahme eine Erklärung, derzufolge er „nichts“ über dessen Verbrechen wisse.

Gegen Alan Dershowitz erhoben zwei Frauen ebenfalls Vorwürfe, dass er sie mit Epstein gemeinschaftlich sexuell genötigt habe. Dershowitz, ein pensionierter Jura-Professor der Harvard-Universität, ist ein prominenter Trump-Unterstützer und war Mitglied des siebenköpfigen Anwaltsteams, das mit Acosta in Florida verhandelte.

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