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Flucht nach Europa : „Alan Kurdi“ rettet 32 Menschen aus Seenot

  • Aktualisiert am

Die „Alan Kurdi“ unterwegs im Mittelmeer (Archivbild) Bild: Julia Anton

Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ hat vor der Küste Libyens 32 Migranten aus Seenot gerettet. Vor der spanischen Küste und in der Ägäis nahmen Boote der Küstenwachen an den Weihnachtstagen mehrere hundert Menschen auf.

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          Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ hat vor der libyschen Küste im Mittelmeer 32 Migranten an Bord genommen. Unter ihnen seien zehn Kinder und eine schwangere Frau, teilte die Organisation Sea-Eye am Freitag mit. Die Crew habe am späten Donnerstagabend einen Notruf empfangen. Zwei Stunden später habe sie die übermittelte Koordinate erreicht und die Menschen von einem überfüllten Kunststoffboot geborgen.

          Bis zum Freitagmorgen habe sich keine Rettungsleitstelle für zuständig erklärt. Die „Alan Kurdi“ habe jetzt Kurs auf die italienische Insel Lampedusa genommen, weil der nächste Sturm aufziehe, teilte Sea-Eye weiter mit.

          Von den geretteten Menschen hätten alle angegeben, libysche Staatsbürger zu sein. „Wie sicher kann Libyen schon sein, wenn sich die Libyer selbst mit ihren Familien auf dem Meer in Lebensgefahr begeben, um das Land zügig zu verlassen?“, sagte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler. Die „Alan Kurdi“ hatte zuletzt Anfang Dezember Bootsflüchtlinge nach Italien gebracht.

          Während der Weihnachtstage rettete die spanische Küstenwache rund 300 Flüchtlinge. Etwa einhundert Migranten wurden nach Behördenangaben am zweiten Weihnachtstag bei Rettungseinsätzen von selbstgebauten Booten im Mittelmeer geborgen. Am ersten Weihnachtstag waren bereits rund 200 Menschen gerettet worden.

          Mehr als die Hälfte der am Donnerstag geretteten Migranten wurde vor der Küste der Costa Blanca geborgen. 39 weitere Flüchtlinge gelangten am Strand von Punta Jandia auf der Kanareninsel Fuerteventura an Land. Spanien ist eines der Hauptländer, in denen Flüchtlinge und Migranten ankommen, die auf ein besseres Leben in Europa hoffen.

          Auch in der Ägäis wurden an Weihnachten nach griechischen Angaben 204 Migranten aus Booten aufgegriffen. Die Menschen seien von der türkischen Küste aus in Richtung der nur wenige Kilometer entfernten griechischen Inseln gestartet, teilte die Küstenwache am Freitag weiter mit. Es seien sowohl Boote der griechischen Küstenwache wie auch der europäischen Grenzschutzagentur (Frontex) im Einsatz gewesen.

          Die griechischen Registrierlager sind extrem überbelegt. Eine Einigung in der Europäischen Union für eine Verteilung der Flüchtlinge steht jedoch seit Jahren aus. Unterdessen warnte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, wegen der Kämpfe in Syrien könnte erneut wie 2015 eine große Zahl von Flüchtlingen nach Europa kommen. Griechenland werde besonders in Mitleidenschaft gezogen werden.

          In den griechischen Registrierlagern für Migranten auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos leben nach Angaben des Bürgerschutzministeriums in Athen schon jetzt mehr als 42 000 Migranten. Ausgelegt sind die Anlagen jedoch nur für insgesamt 7500 Menschen. Die Migranten hoffen auf eine Weiterreise auf das griechische Festland und in andere europäische Länder.

          Erdogan droht immer wieder, den Flüchtlingen in seinem Land den Weg Richtung Europa zu öffnen. Damit wackelt der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei von 2016. Danach darf jeder Migrant, der illegal auf die griechischen Inseln übersetzt, in die Türkei zurückgeschickt werden. Die türkischen Behörden sollen ihrerseits die Migranten daran hindern, in Booten Richtung Griechenland zu starten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will einem unbestätigten Medienbericht zufolge im Januar in die Türkei zu Gesprächen mit Erdogan reisen.

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