https://www.faz.net/-gpf-71swp

Al Qaida in Spanien : Polizei nimmt mutmaßliche Extremisten fest

  • Aktualisiert am

Sprengstoff-Fund: Fahrzeuge und Angehörige der spanischen Polizei vor einem Apartment in La Linea de la Concepion, im Süden Spaniens Bild: dpa

Spaniens Innenminister Díaz spricht von einem der wichtigsten Einsätze gegen Al Qaida. Drei mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks sind verhaftet worden.

          Im Süden Spaniens sind drei mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks Al Qaida festgenommen worden. Es gebe „klare Indizien“, dass die Männer „dabei gewesen sein könnten, Anschläge in Spanien oder dem Ausland vorzubereiten“, sagte Innenminister Jorge Fernández Díaz am Donnerstag in Madrid. Bei den Festnahmen soll es sich um einen der wichtigsten Einsätze der Polizei gegen das Terrornetzwerk gehandelt haben.

          Die drei Festgenommenen verfügten nach Angaben des Innenministers über Sprengstoff in einer Menge, die ausreichend gewesen wäre, einen Bus zu zerstören. Zwei von ihnen stammten aus ehemaligen Sowjetrepubliken und würden als extrem gefährlich eingestuft. Sie seien in der Provinz Ciudad Real südlich von Madrid festgenommen worden, während sie in einem Bus unterwegs waren. Vermutlich sei ihr Ziel Frankreich gewesen; sagte Díaz. Einer der beiden sei „eine sehr wichtige Figur im internationalen Al Qaida-Netzwerk.“

          Erstmals Verdächtige mit Sprengstoff festgenommen

          Der Sprengstoff wurde nach seinen Angaben in einer Wohnung in der an Gibraltar grenzenden Stadt La Línea de la Concepción beschlagnahmt; dort wurde auch der dritte Verdächtige festgenommen. Der Türke sei innerhalb von Al Qaida für Logistik zuständig gewesen. Der Minister wies jedoch Berichte zurück, die Gruppe hätte auch Gift besessen. Er wollte sich nicht zu Berichten äußern, wonach sie Kontakte zur pakistanischen Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba unterhielt.

          Nach Angaben spanischer Medien war es das erste Mal, dass Extremisten im Besitz von Sprengstoff festgenommen wurden. Seit den Al Qaida-Anschlägen auf mehrere Vorortzüge in Madrid am 11. März 2004 mit 191 Toten waren in Spanien wiederholt mutmaßliche Extremisten festgenommen worden. Erst im Juni hatte die Polizei in der spanischen Enklave Melilla an der Nordküste Marokkos zwei mutmaßliche Mitglieder einer Islamistenzelle festgenommen.

          Die beiden Spanier wurden verdächtigt, 2008 zwei abtrünnige Mitglieder ihrer Gruppe ermordet zu haben. Nach Angaben des Innenministeriums gehörten sie zu derselben Bewegung wie die Islamisten, die sich am 3. April 2004, drei Wochen nach den Anschlägen von Madrid, nahe der Hauptstadt in die Luft gesprengt hatten. Im März wurde in Valencia ein Saudi-Araber festgenommen, der zu einer Al-Qaida-nahen Gruppe gehört haben soll.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Regierungskrise in Italien : Mit dem „Plan Ursula“ gegen Salvini?

          Der Streit um das Rettungsschiff „Open Arms“ dauert an – und in Rom wird weiter über Szenarien zur Überwindung der Regierungskrise spekuliert. Ein prominenter Politiker stellt sich nun hinter einen Plan zur Bildung einer breiten Front gegen den italienischen Innenminister.

          Rückschlag für Paris : Neymar macht Tuchel das Leben schwer

          Paris ist schon seit einiger Zeit nicht mehr das Fußball-Paradies für den deutschen Trainer. Seine Reputation in der Öffentlichkeit und die Autorität innerhalb des Klubs sind beeinträchtigt. Und dann ist da ja noch Neymar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.