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Al Qaida beteiligt? : Tuareg richten Massaker im Norden Malis an

  • -Aktualisiert am

Mali Bild: F.A.Z.

Schon im Januar sollen aufbegehrende Tuareg im Norden des Landes zahlreiche Soldaten, aber auch Zivilisten getötet haben. Es gibt Mutmaßungen über eine Tatbeteiligung von Al Qaida.

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          In der seit Mitte Januar laufenden Tuareg-Rebellion im Norden Malis haben die Rebellen nach übereinstimmenden Informationen aus Frankreich und Mali ein Massaker an gefangenen Soldaten der malischen Streitkräfte und mutmaßlich auch an Zivilisten angerichtet. Bei einem Angriff der Rebellengruppe „Mouvement national de libération de l’Azawad“ (MNLA) in der Region um die Stadt Aguelhok sind unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 80 und mehr als 100 Soldaten ermordet worden, nach malischen Angaben aber auch Zivilisten. Vielen der Soldaten sei die Kehle durchgeschnitten worden. Die Taten sollen bereits am 24. Januar verübt worden sein.

          Die malische Regierung hatte unmittelbar nach dem Angriff auf Aguelhok von einer „konzertierten Aktion von MNLA und Aqmi“ gesprochen. Aqmi ist das Kürzel für die radikale islamistische Terrorgruppe „al-Qaïda au Maghreb islamique“, die Rückzugsgebiete im Norden Malis unterhält. Wenn das zutrifft, würden frühere Meldungen bestätigt, wonach es punktuelle Zusammenarbeit zwischen Tuareg und Aqmi insbesondere bei der Sicherung südamerikanischer Drogentransporte durch die Sahara gibt.

          Der französische Minister für Entwicklungszusammenarbeit, Henri de Raincourt, sprach nach einem Besuch in Mali von „absolut widerlichen Verbrechen, willkürlichen Ermordungen gefangener Soldaten und wohl auch Zivilisten“. Die malischen Streitkräfte sprechen von mehr als 100 Toten. Der französische Außenminister Alain Juppé nannte die Zahl von 82 Toten, unter denen sich allerdings keine Zivilisten befinden sollen. „Wir wissen nicht genau, welche Rolle Aqmi bei diesen Massakern gespielt hat“, sagte Juppé.

          Zehntausende Menschen auf der Flucht

          Die neue Tuareg-Rebellengruppe MNLA gibt vor, für die Unabhängigkeit ihres Siedlungsgebietes namens Azawad zu kämpfen. Gegründet wurde diese Bewegung von einem ehemaligen Offizier der libyschen Streitkräfte, einem gebürtigen Malier namens Mohamed Ag Najem, der sich nach dem Tod des libyschen Machthabers Gaddafi unter Mitnahme eines beeindruckenden Waffenarsenals nach Mali absetzte.

          Die Kämpfe im Norden Malis haben inzwischen mehrere zehntausend Menschen zur Flucht veranlasst. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) nannte die Zahl von 30000 Flüchtlingen, die sich alleine in anderen Landesteilen Malis in Sicherheit gebracht haben sollen. Hinzu kommen die Flüchtlinge, die sich über die Grenzen gerettet haben: 13.000 in Mauretanien, 10.000 in Niger und zwischen 3000 und 8000 in Burkina Faso.

          In Burkina Faso sollen sich nach malischen Angaben auch 72 desertierte Soldaten und Gendarmen befinden, die mit den Tuareg-Rebellen sympathisieren und von Ouagadougou aus die „Unabhängigkeit Nord-Malis“ fordern. Die Bitten der malischen Regierung an den burkinischen Präsidenten Blaise Compaoré, diese Deserteure auszuliefern beziehungsweise „ihnen den Mund zu verbieten“, wie es in Bamako hieß, stießen bislang indes auf taube Ohren. Das hat allerdings Tradition in Burkina Faso. Als Charles Taylor sich 1989 anschickte, Liberia in Schutt und Asche zu legen, hatte er zuvor die Gastfreundschaft Compaorés genossen. Auch die Rebellen, die ab 2002 die Elfenbeinküste in einen Bürgerkrieg stürzten, waren aus Burkina Faso gekommen.

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