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Aktivist flieht aus Brasilien : „Ich muss mein Leben schützen“

  • Aktualisiert am

Jean Wyllys hat Brasilien verlassen. (Archivfoto) Bild: AFP

Der brasilianische Abgeordnete Jean Wyllys setzt sich für die Rechte von Homosexuellen ein. Doch seit dem Wahlsieg von Jair Bolsonaro häufen sich die Angriffe und Drohungen gegen ihn, berichtet er. Sein Mandat will er weitergeben.

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          Nach zahlreichen Morddrohungen ist der brasilianische Abgeordnete und Aktivist für Homosexuellenrechte Jean Wyllys aus dem Land geflohen. „Ich muss mein Leben schützen“, sagte der Abgeordnete der Linkspartei PSOL am Donnerstagabend (Ortszeit) der Zeitung „Folha de São Paulo“. Nach dem Wahlsieg von Präsident Jair Bolsonaro hätten die Angriffe und Drohungen gegen ihn eine ungeheuerliche Dimension angenommen – in den sozialen Medien aber auch körperlich. Er sei derzeit im Ausland und werde nicht nach Brasilien zurückkehren, sagte der 44-Jährige der Zeitung.

          Er könne in Brasilien nur noch mit zwei Leibwächtern aus dem Haus gehen, sagte Wyllys. „Die Gewalt gegen die Homosexuellen-Bewegung hat in erschütternder Weise zugenommen.“ Sein Abgeordnetenmandat will er an David Miranda weitergeben, der mit dem Pulitzer-Preisträger und amerikanischen Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald verheiratet ist.

          Brasiliens rechtsextremer Präsident Bolsonaro fiel im Wahlkampf durch rassistische, frauenfeindliche und offen homophobe Äußerungen auf. Mehrfach griff er Wyllys persönlich an, der sich als erster Abgeordneter im Kongress offen zu seiner Homosexualität bekannte.

          In sozialen Medien wurde Wyllys Pädophilie vorgeworfen

          Während des Wahlkampfes war Wyllys Ziel einer Kampagne von Falschinformationen durch Bolsonaro-Anhänger. So wurde er in den sozialen Medien als Unterstützer von Pädophilie dargestellt. Er habe zwar gerichtliche Verfahren gegen die Lügen gewonnen, „doch das macht nicht den Schaden an mir meiner Familie wieder gut“, sagte Wyllys der „Folha“.

          Wyllys kommt ursprünglich aus dem Bundesstaat Bahia im Nordosten Brasiliens. 2010 wurde er erstmals als Abgeordneter für den Bundesstaat Rio de Janeiro in den Nationalkongress gewählt und setzte sich dort für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen ein.

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