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Akademikerball in Wien : Blockade und Bengalos

Taten ihre Meinung nicht nur friedlich kund: Vermummte protestieren in Wien gegen den Akademikerball Bild: dpa

Im Anschluss an die Proteste in der Wiener Innenstadt gegen den Akademikerball ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei nahm 35 Personen fest.

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          Mehrere tausend Demonstranten haben am Freitagabend in der Wiener Innenstadt gegen den sogenannten Akademikerball protestiert. Dabei verliefen die größeren Kundgebungen zunächst weitgehend friedlich. Im Anschluss kam es jedoch zu Blockadeaktionen und Sachbeschädigungen durch militante Gruppen. Nach Angaben der Polizei wurden unter anderem Papierkörbe aus ihrer Verankerung gerissen. Schwarz vermummte Gestalten mit bengalischen Feuern, die sich Polizisten gegenüberstellten, erzeugten martialische Bilder, auch wenn das Ausmaß der Randale zunächst geringer ausfiel als im vergangenen Jahr.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Ein Polizist wurde am frühen Abend durch einen Knallkörper am Gehör verletzt, insgesamt wurden 35 Personen festgenommen. Nach Angaben der Polizei gingen 5000 Demonstranten auf die Straße, die Veranstalter sprachen von bis zu 9000 Teilnehmern. Die Polizei bot 2500 Beamte aus Wien und anderen Bundesländern auf.

          Die Masse der Demonstranten blieb in der Wiener Innenstadt allerdings ruhig
          Die Masse der Demonstranten blieb in der Wiener Innenstadt allerdings ruhig : Bild: dpa

          Die Proteste richteten sich gegen einen Ball, der in einer Burschenschaften-Tradition steht und seit dem vergangenen Jahr von der im österreichischen Parlament vertretenen FPÖ veranstaltet wird. Der Ball, an dem nach Angaben der Veranstalter 2000 Gäste teilnahmen, gilt den Kritikern als „rechtes Vernetzungstreffen“, das es zu „blockieren“ oder ganz zu „verhindern“ gelte. Wenigstens, so wird gefordert, dürfe es nicht in der Wiener Hofburg stattfinden. Ziele der Blockadeaktionen waren daher Taxis und Zufahrten zur Hofburg.

          Die Randale im vergangenen Jahr hatte sich aber auch gegen Geschäfte und Infrastruktur in der Innenstadt und gegen die Polizei gerichtet. Weil zwei Veranstalter-Gruppen sich auch dieses Jahr nicht ausdrücklich von Gewalttaten distanzieren und Randale ausschließen wollten, verbot die Polizei zwei der angemeldeten Demonstrationen. Gewalttätige Absichten einzelner Gruppen mussten auch bereits befürchtet werden, als die österreichische Polizei mehrere Personen bei der Anreise aus Deutschland festnahm, die unter anderem Messer, Schlagringe und Vermummungskleidung mit sich führten.

          Die Hauptkundgebung auf dem Wiener Heldenplatz verlief friedlich. In Gesängen wurde zum „Antifaschismus“ aufgerufen, und Überlebende des Holocaust kritisierten rassistische oder ausländerfeindliche Auffassungen, die bei den feiernden Burschenschaften anzutreffen seien, oder eine unzulängliche Abgrenzung von Antisemitismus und Nationalsozialismus. Die Veranstalter des Balles wiesen das zurück. Der Vorsitzende der FPÖ, Heinz-Christian Strache, sagte: „Bei diesem freiheitlichen Akademikerball geht es um die Meinungsfreiheit, um die Versammlungsfreiheit. Das steht jeder politischen, demokratischen Kraft in diesem Land zu.“

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