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Ajatollah Ali Chamenei : Iran lehnt direkte Gespräche mit Amerika ab

  • Aktualisiert am

Ajatollah Ali Chamenei im Juli in Teheran bei einem Treffen mit einer Gruppe Geistlicher Bild: dpa

Trump hat ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten auf der anstehenden UN-Vollversammlung nicht ausgeschlossen. Nun stellt der oberste Führer Irans Bedingungen: Gespräche seien nur im Beisein der anderen Vertragspartner des Atomabkommens möglich.

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          Ein Treffen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten ist nach den Worten des obersten iranischen Führers nur zusammen mit den Vertragspartnern des Atomabkommens möglich. „Falls die Amerikaner das, was sie gesagt und getan haben, zurücknehmen und bereuen, dann können auch sie zusammen mit den anderen Vertragspartnern an einem Treffen teilnehmen“, sagte Ajatollah Ali Chamenei am Dienstag im iranischen Staatsfernsehen im Hinblick auf das von Amerika aufgekündigte internationale Atomabkommen mit Iran von 2015. Sollte dies nicht geschehen, werde es kein Treffen mit den Vereinigten Staaten geben, „weder in New York noch sonst wo“, sagte Chamenei, der laut Verfassung in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat.

          In einer Erklärung Chameneis auf seiner offiziellen Homepage im Internet war die Formulierung laut der Nachrichtenagentur AFP schärfer: „Jegliche Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten“ seien ausgeschlossen. Es sei die „einhellige Meinung aller Verantwortungsträger“ in Teheran, dass Verhandlungen „auf allen Ebenen“ nicht in Frage kämen. Die Politik des „maximalen Druckes“ des amerikanischen Präsidenten Donald Trump gegen die „iranische Nation“ sei „wertlos“.

          Der iranische Präsident Hassan Rohani will nächste Woche an der UN-Vollversammlung in New York teilnehmen. Seit Wochen wird spekuliert, dass es am Rande der Veranstaltung auch zu Gesprächen Rohanis mit Trump kommen könnte. Rohani hat zwar ein bilaterales Treffen mit Trump abgelehnt, nicht aber eine Unterredung mit ihm in Anwesenheit der anderen fünf Vertragspartner des Atomabkommens, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland. Bedingung sei jedoch eine Aufhebung der amerikanischen Sanktionen, die Iran in den vergangenen Monaten in eine akute Wirtschaftskrise gestürzt haben. Das Weiße Haus in Washington erklärte am Wochenende, Trump könne Rohani am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung treffen.

          Hintergrund ist der Konflikt um das internationale Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe. Die Vereinigten Staaten waren 2018 im Alleingang aus dem Abkommen ausgestiegen, um Iran mit maximalem Druck zu einem Kurswechsel in der als aggressiv erachteten Nahostpolitik zu zwingen. Iran reagierte darauf zuletzt mit einem Wiederhochfahren der im Vertrag begrenzten Urananreicherung. Zudem droht Teheran mit einer Behinderung des wichtigen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz im Persischen Golf.

          Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind zusätzlich wegen der Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien angespannt. Die Vereinigten Staaten vermuten, dass Iran hinter den Angriffen steckt. Die Islamische Republik weist dies zurück. Zu den Attacken hatten sich die jemenitischen Houthi-Rebellen bekannt. Der iranische Präsident Rohani rechtfertigte die Angriffe am Montag bei einem Besuch in Ankara als „Selbstverteidigung“ der Houthis gegen Bombenangriffe.

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