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Agrarrohstoffe immer teurer : UN: Amerika soll weniger Biodiesel produzieren

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Trockenes Amerika: Auf einem abgeernteten Maisfeld in Illinois Bild: AFP

Die Welternährungsorganisation FAO hat die Vereinigten Staaten aufgefordert, die Biotreibstoff-Produktion zu drosseln. Angesichts der Dürre in Amerika droht eine Nahrungsmittel-Krise.

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          Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO hat den Vereinigten Staaten empfohlen, die Vorgaben zur massenhaften Produktion von Bio-Ethanol aus Mais „auszusetzen“, um einer womöglich drohenden Welternährungskrise vorzubeugen. Unter anderem wegen Vorgaben des Kongresses, Benzin bestimmte Mengen von Bio-Ethanol beizumischen, wird etwa 40 Prozent der amerikanischen Maisernte dafür verwendet.

          Wegen einer anhaltenden Dürre im Mittleren Westen, wo sich die größten Mais-Anbauflächen der Vereinigten Staaten befinden, dürfte die Ernte aber gering ausfallen. Der Weltmarktpreis für Mais ist gestiegen und mit ihm auch der Weizenpreis. FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva schrieb in einem Gastbeitrag für die britische Zeitung „Financial Times“, wenn der Kongress seine Vorgaben suspendiere oder lockere, sei das ein Weg, die Spannungen abzubauen.

          Die schlimmste Dürre in fünfzig Jahren zeige, dass selbst hoch entwickelte Landwirtschaftsnationen wie Amerika anfällig für Wetterphänomene seien. Innerhalb der Vereinigten Staaten fordern bereits Staaten wie Texas, die mehr auf Viehzucht als Ackerbau setzen und deshalb unter den hohen Getreidepreisen leiden, ein Eingreifen des Gesetzgebers, während Mais-produzierende Staaten wie Iowa von den hohen Preisen profitieren.

          Der von der FAO veröffentlichte sogenannte Lebensmittel-Preisindex stieg im Juli um sechs Prozent auf 213 Punkte. Das aktuelle Niveau des FAO-Index liegt über dem der Ernährungskrise 2008. Damals war es zu Unruhen in verschiedenen Teilen der Welt gekommen. „Es gibt viele Anzeichen dafür, dass die hohen Lebensmittelpreise in den kommenden Jahren anhalten werden“, teilte die FAO mit. „Hohe Nahrungsmittelpreise sind besonders für arme Länder problematisch, die einen Großteil ihrer Nahrungsmittel importieren, wie die große Mehrheit der afrikanischen Staaten“, sagte Ralf Südhoff, der Deutschland-Chef des UN-Welternährungsprogramms (WFP). Erhöhten sich die Einfuhrpreise, werde es für diese Länder schwieriger, ihre Bevölkerung zu ernähren. 

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