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UN-Nachhaltigkeitsgipfel : Das steckt hinter der Agenda 2030

  • -Aktualisiert am

Schmutziges Wasser ist in vielen Teilen der Welt noch immer ein drängendes Problem: ein Junge badet im Osten des Irak in einem Fluss. Erst kürzlich hat es in dem Land vier Todesfälle wegen eines Choleraausbruchs gegeben. Bild: Reuters

Mehr als 150 Staats- und Regierungschefs kommen ab Freitag im UN-Hauptquartier in New York zusammen, um die neuen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu beschließen. Aber worum geht es überhaupt? Ein Überblick.

          Nach der Jahrtausendwende einigten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen auf die Millenniums-Entwicklungsziele. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger, ökologische Nachhaltigkeit und Reduzierung der Kindersterblichkeit gehörten zu den Bestrebungen. Bis Ende des Jahres sollten die Ziele erreicht werden. Am Wochenende wollen mehr als 150 Staats- und Regierungschefs, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, einen Anschlussfahrplan für die nächsten 15 Jahre beschließen. Unter dem Motto „Unsere Welt verändern“ verfolgt die Agenda 2030 17 zentrale Ziele. Das sind neun mehr als im Jahr 2000. Trotzdem kommen einem einige Absichten bekannt vor:

          Ziel 1 - Kampf gegen Armut: Spätestens im Jahr 2030 soll niemand auf der Welt mehr von weniger als 1,25 Dollar pro Tag leben müssen. 836 Millionen Menschen haben derzeit weniger Geld zur Verfügung und gelten damit als extrem arm. In den Millenniums-Zielen war noch beabsichtigt, die Zahl der Menschen in extremer Armut bis 2015 auf 625 Millionen zu halbieren. Dieses Ziel wurde verfehlt - trotzdem ist die Armut weltweit in den vergangenen 15 Jahren stark zurückgegangen.

          Ziel 2 - Kampf gegen Hunger: Zehn Prozent aller Menschen auf der Welt sind unterernährt. Um dieses Problem zu bekämpfen, sieht die Agenda 2030 vor, die Produktivität und das Einkommen von Kleinbauern zu verdoppeln. Die Bekämpfung von Hunger und Armut waren schon vor 15 Jahren zentrale Ziele der Vereinten Nationen.

          Ziel 3 - Gesundheit: Aids, Tuberkulose, Malaria und anderen Krankheiten sagt die Agenda 2030 den Kampf an. Auch die Geburten- und Kindersterblichkeit soll radikal gesenkt werden. Schon die Millenniums-Ziele hatten diese Absicht. Trotzdem sterben jährlich immer noch sechs Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag.

          Ziel 4 - Bildung: Alle Jungen und Mädchen sollen eine Grundschule sowie eine weiterführende Schule besuchen. Bei den Millenniums-Zielen hatte man sich noch auf die Grundschulbildung beschränkt. Insgesamt gehen weltweit 91 Prozent aller Kinder im Schulalter zur Grundschule.

          Ziel 5 - Geschlechtergleichstellung: Die Diskriminierung von Frauen und Mädchen soll, ebenso wie Gewalt gegen das weibliche Geschlecht, ein Ende haben. Das gleiche Ziel setzten sich die Vereinten Nationen auch schon vor 15 Jahren.

          Ziel 6 - Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen: 663 Millionen Menschen haben derzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bis 2030 soll sich das ändern. Außerdem soll die Qualität von Wasser weiter verbessert werden.

          Ziel 7 - Energie: Jeder soll Zugang zu verlässlicher, bezahlbarer und nachhaltiger Energie haben. Die Agenda 2030 sieht zudem vor, den Anteil an erneuerbaren Energien sowie die Energieeffizienz zu erhöhen.

          Ziel 8 - Wirtschaftswachstum: In den ärmsten Ländern der Welt soll ein Wirtschaftswachstum von jährlich sieben Prozent erreicht werden. Außerdem will die Agenda 2030 einen Zustand der Vollbeschäftigung erreichen. Allein im Zeitraum von 2007 bis 2012 erhöhte sich die weltweite Arbeitslosigkeit von 170 auf 202 Millionen Menschen ohne bezahlte Beschäftigung.

          Ziel 9 - Infrastruktur und Industrialisierung: Bei 2,6 Milliarden Menschen fällt regelmäßig der Strom aus. 2,5 Milliarden Menschen verfügen nicht über fließendes Wasser und  sanitäre Einrichtungen. Die Agenda 2030 beabsichtigt diese Probleme mit einer besseren Infrastruktur und Industrialisierung zu bekämpfen.

          Ziel 10 - Ungleichheit: Das Einkommen der ärmsten 40 Prozent eines Landes soll schneller wachsen als das der übrigen Menschen.

          Ziel 11 - Stadtentwicklung: Alle Menschen sollen Zugang zu bezahlbarem und sicherem Wohnraum erhalten. Das gleiche gilt für das Transportsystem in Städten.

          Ziel 12 - Nachhaltigkeit bei Konsum und Produktion: Länder sollen unter anderem weniger Müll produzieren und sich um einen effizienten Umgang mit Ressourcen bemühen. Entwicklungsländer sollen dieses Ziel unter Beachtung ihrer Entwicklung und Möglichkeiten verfolgen.

          Ziel 13 - Klimawandel: Der Klimawandel soll sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene mehr berücksichtigt werden. Wie schon im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen beschlossen, sollen bis 2020 insgesamt 100 Milliarden Dollar zusammengetragen werden, um Entwicklungsländer beim Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen.

          Ziel 14 - Meere: Bis 2025 soll die Verschmutzung der Meere signifikant verringert werden. Auch soll gegen die Überfischung vorgegangen werden.

          Ziel 15 - Artenvielfalt, Wälder und Wüsten: Der Artenschutz soll verstärkt werden. Auch wollen die Vereinten Nationen die Abholzung der Wälder begrenzen und die fortschreitende Wüstenbildung bekämpfen.

          Ziel 16 - Frieden und Gerechtigkeit: Die Gewalt in der Welt soll reduziert werden. Alle Menschen sollen gleichen Zugang zum Rechtsstaat haben.

          Ziel 17 - Partnerschaft: Beim Erreichen der Entwicklungsziele sollen die Staaten, die Privatwirtschaft sowie die Bevölkerung an einem Strang ziehen, beispielsweise beim Thema Finanzierung.

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