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Syrische Region Afrin : Kurden wollen mit Assads Hilfe gegen Türken kämpfen

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Bald mit Hilfe aus Damaskus: Freiwillige kurdische Kämpfer in Afrin Bild: AFP

Die Kurden in Afrin haben Damaskus um Hilfe gegen die türkischen Streitkräfte gebeten. Damaskus reagiert und schickt Kämpfer in die Region. Doch Assads Unterstützung hat ihren Preis.

          Die syrische Regierung will der Kurdenmiliz YPG einem Medienbericht zufolge im Kampf gegen die Türkei rasch militärische Hilfe leisten. Regierungsnahe Milizen würden innerhalb weniger Stunden in der umkämpften Region Afrin eintreffen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Montag. Bereits am Sonntag hatte der ranghohe Kurdenvertreter Badran Jia Kurd der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die syrische Armee werde Grenzposten in Afrin stationieren. Die Vereinbarung sei zunächst rein militärisch. Die Kurden in Afrin hatten zuvor die Assad-Armee zur Hilfe gegen die Türkei aufgerufen.

          Die Türkei greift seit Januar die Region um Afrin an. Ziel der Offensive im Nachbarland ist nach Darstellung der Regierung in Ankara die Vertreibung kurdischer Milizen aus der Nähe der türkisch-syrischen Grenze.

          Sowohl die Kurden als auch die syrische Führung wollen dagegen verhindern, dass die Türkei ihren Einflussbereich ausdehnt. Die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien verschärft auch zunehmend die Spannungen zwischen dem Land und seinen Nato-Verbündeten, allen voran den Vereinigten Staaten.

          Machthaber Baschar al Assad hatte seine Truppen 2012 aus Afrin und anderen kurdischen Regionen abgezogen, da sich die Kurden in dem Bürgerkrieg neutral verhielten. Zwar unterstützten sie nicht die Assad-Regierung, doch lehnten sie es auch ab, auf Seiten der Rebellen zu kämpfen. Dabei hätten die Kurden durchaus Grund gehabt, sich dem Aufstand gegen Assad anzuschließen, nachdem sie jahrzehntelang diskriminiert worden waren.

          Rund 15 Prozent der syrischen Bevölkerung sind Kurden. Zumeist sind sie sunnitische Muslime, doch gibt es auch Christen und Jesiden unter ihnen. Nach einer Volkszählung 1962 wurde den Kurden die syrische Staatsbürgerschaft aberkannt und unter der autoritären Herrschaft der Baath-Partei wurden sie auf vielfältige Weise diskriminiert. Erst nach Beginn des Bürgerkriegs ging Assad auf sie zu und bürgerte 300.000 Kurden ein.

          Nachdem die Regierungstruppen aus den kurdischen Gebieten abgezogen waren, machte sich die Partei der Demokratischen Union (PYD) an den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sie schuf eigene Behörden, Schulen und baute mit den Volksverteidigungseinheiten (YPG) eigene Sicherheitskräfte auf. Als die Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) sich ausbreitete, leisteten die YPG-Kämpfer erbitterten Widerstand und trieben die Dschihadistenmiliz schließlich zurück.

          Ein Rückschlag für die Autonomie der Kurden

          Seit 2014 wurde die YPG im Kampf gegen die IS-Miliz von den Vereinigten Staaten mit Luftangriffen, Spezialkräften und Waffen unterstützt. Dank dieser Unterstützung vertrieb die YPG die Dschihadisten erst aus Kobane und nahm nach monatelanger Belagerung im Sommer 2017 auch die inoffizielle IS-Hauptstadt Raqqa ein. Die YPG erweiterte damit ihr Herrschaftsgebiet und brachte auch viele nicht-kurdische Gebiete unter ihre Kontrolle.

          Bereits 2016 hatte die PYD eine „föderale Region“ in Nordsyrien ausgerufen mit den drei Kantonen Afrin, Dschasira und Euphrat. Ende 2016 verkündete sie eine eigene Verfassung und hielt im Herbst 2017 zudem Kommunalwahlen ab. Damaskus kritisierte die Wahl als Farce und warf der PYD vor, das Land teilen zu wollen. Auch die Türkei war alarmiert über die Autonomiebestrebungen der Kurden an ihrer Südgrenze.

          PYD und YPG sind eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden, die seit Jahrzehnten in der Türkei gegen den Staat kämpft. Die Türkei betrachtet ihre Präsenz an der Grenze daher als Bedrohung und führt die YPG ebenfalls als Terrororganisation. Ankara protestiert schon lange gegen die amerikanische Militärhilfe für die YPG, doch kündigte das Pentagon im Januar an, mit kurdischen Kämpfern eine „Grenzschutztruppe“ aufzubauen.

          Die Türkei startete ihrerseits mit verbündeten syrischen Rebellen eine Offensive gegen die YPG im nordsyrischen Afrin. Russland ließ die Türkei gewähren, nachdem die PYD es abgelehnt hatte, eine Rückkehr der Assad-Truppen nach Afrin zu erlauben. Damaskus verurteilte zwar die „Aggression“ der Türkei, intervenierte aber nicht. Die Regierung erlaubte der YPG lediglich, Verstärkung durch die von ihr kontrollierten Gebiete nach Afrin zu bringen.

          Nach längeren Gesprächen sagte Damaskus nun offenbar zu, Truppen nach Afrin zu schicken. Die Einheiten sollen „den Widerstand des Volkes gegen den Angriff des türkischen Regimes unterstützen“, wie Staatsmedien am Montag meldeten. In jedem Fall ist die Rückkehr der Assad-Truppen nach Afrin für die Autonomiebestrebungen der Kurden ein Rückschlag.

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