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Afrikanische Union : Die Veteranin

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Nkosazana Dlamini-Zuma am Sonntag auf dem AU-Gipfel in Addis Abeba Bild: dpa

Als erste Frau in der Geschichte der Afrikanischen Union ist Südafrikas Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma an die Spitze der Kommission des Staatenbundes gewählt worden. Die 63 Jahre alte Ärztin gilt als ungeduldig und anspruchsvoll. Nicht alles, was sie bisher anpackte, wurde zu Gold.

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          Die neue Kommissionspräsidentin der Afrikanischen Union (AU), Nkosazana Dlamini-Zuma, ist eine der profiliertesten Politikerinnen des Kontinents - und eine der unbequemsten. Die 63 Jahre alte Zulu ist das Gegenteil ihres Vorgängers Jean Ping, dem man nachsagt, das Protokoll mehr zu lieben als die Ergebnisse. Dlamini-Zuma gilt als ergebnisorientiert, ihre Ungeduld ist schon legendär. Seit 1994 sitzt die Ärztin im südafrikanischen Kabinett, zuerst als Gesundheitsministerin unter Mandela, dann als Außenministerin unter Mbeki (1999-2009); schließlich als Innenministerin unter Präsident Jacob Zuma, mit dem sie von 1982 bis 1998 verheiratet war. Dabei gilt „Home Affairs“, wie das Innenministerium genannt wird, angesichts himmelschreiender Ineffizienz und Korruption für jeden Minister als Schleudersitz. Doch Dlamini-Zuma ist es gelungen, die Behörde wieder halbwegs auf Linie zu bringen. Sie duldet keine Jasager in ihrem Umfeld. Sie will nur die Besten für den Job, und dafür ist sie, im Gegensatz zu vielen ihrer südafrikanischen Kabinettskollegen, bereit, mit Widerspruch zu leben.

          Dennoch ist nicht alles zu Gold geworden, was sie angepackt hat. Die „stille Diplomatie“ Südafrikas gegenüber dem zimbabwischen Diktator Robert Mugabe war ihre Erfindung. Dafür hat sich Pretoria international viel Kritik gefallen lassen müssen, was Südafrika hätte gleichgültig sein können, wenn diese Diplomatie Erfolge erzielt hätte. Hat sie aber nicht; und der Grund, warum Dlamini-Zuma als Außenministerin gegenüber einem zunehmend irrlichternden „Genossen Bob“ keine Kehrtwende vollzog, muss in ihrer Biographie gesucht werden: Dlamini-Zuma ist ein echtes ANC-Gewächs, eine Frau, die mit den Idealen der Befreiungsbewegung aufgewachsen ist, die für ihre Überzeugung einen hohen Preis gezahlt hat und die, wie so viele schwarze Südafrikaner ihrer Generation, auch noch heute die Welt in Unterdrücker und Unterdrückte einteilt.

          Nkosazana Dlamini-Zuma wurde am 27. Januar 1949 als ältestes von insgesamt acht Kindern in der Provinz Natal geboren. Seit 1971 studierte sie Zoologie und Botanik an der Universität von Zululand, war gleichzeitig Mitglied des damals im Untergrund aktiven „African National Congress“. Während ihres zweiten Studiums, dem der Medizin, musste sie 1976 das Land verlassen, weil der südafrikanische Inlandsgeheimdienst sie ins Visier genommen hatte. Dlamini-Zuma ging nach England und konnte ihr Studium 1978 in Bristol beenden. Danach ging die Ärztin zurück ins südliche Afrika und arbeitete zunächst in einem staatlichen Krankenhaus in Swaziland. Dort lernte sie Jacob Zuma kennen, der 1982 eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Untergrundarmee des ANC war. Sie wurde seine dritte Frau. 1985 ging Dlamini-Zuma wieder nach England, wo sie an der Universität von Liverpool mit einer Arbeit über tropische Kinderkrankheiten promoviert wurde. Gleichzeitig gehörte sie dort zum engen Zirkel um Thabo Mbeki, der von London aus die zunächst geheimen Gespräche mit Vertretern des Apartheidregimes steuerte. Als der ANC 1990 wieder zugelassen wurde, kehrte sie zurück.

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