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Zimbabwe : Mugabe empfiehlt seinen Gegnern Selbstmord

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Von Hass und Hunden: Zimbabwes Langzeitherrscher Mugabe Bild: AFP

In der ersten Rede seit seinem umstrittenen Wahlsieg attackiert Zimbabwes Präsident Mugabe die Opposition. Wer sein Wahlergebnis nicht akzeptiere, könne sich aufhängen.

          Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seinem umstrittenen Wahlsieg hat der zimbabwische Präsident Robert Mugabe am Montag seinen Gegnern Selbstmord empfohlen. „Wer von seiner Niederlage schockiert ist, kann sich ja aufhängen, wenn er das will. Selbst wenn er es tut, wird nicht einmal ein Hund sein Fleisch essen“, sagte Mugabe bei einer Rede auf dem National Hero’s Acre in der Hauptstadt Harare, auf dem gefallene Kämpfer der Befreiungsbewegung aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts beigesetzt sind.

          Der verbale Angriff war offenbar eine Retourkutsche für die Klage seines unterlegenen Gegners bei der Präsidentschaftswahl, Morgan Tsvangirai, vor dem Obersten Gericht des Landes. Tsvangirai und seine Partei „Movement for Democratic Change“ (MDC) erkennen den Wahlsieg Mugabes nicht an und sprechen von „einer Farce“. Solange das Gericht keine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Wahlergebnisse getroffen hat, kann Mugabe nicht für seine siebte Amtszeit vereidigt werden. Ein Widerruf der offiziellen Wahlresultate gilt allerdings als ausgeschlossen, da die zimbabwische Justiz von Parteigängern des Präsidenten dominiert wird.

          Laut Angaben der zimbabwischen Wahlkommission hatte Mugabe bei der zurückliegenden Präsidentschaftswahl 61 Prozent der Stimmen gewonnen, während Tsvangirai auf 34 Prozent gekommen war. Mugabes Partei Zanu-PF hatte bei den gleichzeitig stattfindenden Parlamentswahlen von den insgesamt 210 Sitzen 160 Sitze gewonnen, was ihr eine komfortable Zwei-Drittel-Mehrheit sicherte. Die Zanu-PF hatte unmittelbar nach ihrem Wahlsieg angekündigt, die Zwei-Drittel-Mehrheit zur Änderung der gerade erst verabschiedeten neuen Verfassung zu nutzen. Lokalen Wahlbeobachtern zufolge waren bis zu einer Million Menschen systematisch an einer Stimmabgabe gehindert worden. Gleichwohl waren die Wahlen von den Wahlbeobachtern der Afrikanischen Union (AU) und der Entwicklungsgemeinschaft im südlichen Afrika (SADC) als „frei und glaubwürdig“ bezeichnet worden.

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