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Zentralafrikanische Republik : Frankreich will Truppen nicht aufstocken

Gefährlicher Einsatz: Französische Soldaten in Bangui Bild: AP

Der Einsatz französischer Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik stockt. Paris will die Truppen nicht aufstocken. Die zentralafrikanischen Staaten veranstalten einen Krisengipfel in Tschad.

          Der französische Außenminister Laurent Fabius hat am Mittwoch ausgeschlossen, die französischen Truppen in der Zentralafrikanischen Republik aufzustocken. „Die Lage ist schwierig“, sagte Fabius der Zeitung „Le Parisien“. Die Entwaffnung der sich bekämpfenden Milizen in Bangui kommt nur schleppend voran. 1300 der insgesamt 1600 am 6. Dezember in die Zentralafrikanische Republik entsandten Soldaten bleiben bis auf weiteres in Bangui stationiert, da die Hauptstadt schwer zu befrieden ist. Aus französischen Militärkreisen verlautete, dass die Stabilisierungsmission nur mit mehr Soldaten erfüllt werden könne. Eine Truppenverstärkung sei Aufgabe der afrikanischen Nachbarstaaten, sagte Außenminister Fabius.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Unter Führung des tschadischen Präsidenten Idriss Déby wollen die in der Zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (CEEAC) zusammengeschlossenen Staaten an diesem Donnerstag zu einem Krisengipfel in N’Djamena zusammenkommen. Die Zweifel am Erfolg der französischen Militäroperation „Sangaris“ sind nach Meldungen über gewalttätige Ausschreitungen in Bangui gewachsen.

          Davon zeugt auch die Entscheidung der malischen und der senegalischen Staatsführung, ihre Staatsangehörigen aus Bangui auszufliegen. In dem Flüchtlingslager nahe des Flughafens der zentralafrikanischen Hauptstadt herrschen chaotische Verhältnisse. Die französische Hilfsorganisation „Médecins sans frontières“, die ein Notlazarett für die Flüchtlinge errichtet hat, verzichtet aus Sicherheitsgründen fortan auf den Einsatz nicht-afrikanischer Mitarbeiter, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

          Unzufriedenheit in Paris

          Bei der Verteilung von Essen in dem über 100000 Flüchtlinge zählenden Lager komme es immer wieder zu Szenen der Gewalt, hieß es. „Unsere Aufgabe ist nicht in drei Tagen zu erledigen“, teilte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian mit. Auch in Mali hätten sogenannte Fachleute schon nach einem Monat vor einem sich hinziehenden Einsatz gewarnt, betonte Le Drian. Frankreich hätte nicht tatenlos zusehen können, wie die Zentralafrikanische Republik immer mehr ins Chaos abgleite.

          In Paris wächst die Unzufriedenheit über Interimspräsident Michel Djotodia, dem ein Doppelspiel vorgehalten wird. Außenminister Fabius wollte sich jedoch nicht zu einer Absetzung Djotodias äußern. Bei den Franzosen schwindet unterdessen die Unterstützung für den Auslandseinsatz. Das Umfrageinstitut Ifop ermittelte, dass nur 41 Prozent der Franzosen den Militäreinsatz unterstützen. Vor einem Monat hatte etwa die Hälfte der Befragten die Operation „Sangaris“ gutgeheißen. „Die Armee steht vor einer unlösbaren Aufgabe“, sagte der Afrika-Fachmann Philippe Hugon vom Institut des Relations Internationales et Stratégiques (Iris) in Paris. Die Entwaffnung habe nicht stattgefunden, weil die wichtigste Waffe die Machete bleibe. Panzer und Hubschrauber nützten wenig gegen die urbane Guerrilla.

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