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Zentralafrika : UN-Missionschef wegen Gewaltvorwürfen entlassen

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Entlassen: Der ehemalige Chef der UN-Friedensmission in Zentralafrika Babacar Gaye. Bild: AFP

Blauhelmsoldaten in Zentralafrika sollen ein 12 Jahres altes Mädchen vergewaltigt und zwei Männer willkürlich erschossen haben. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zieht Konsequenzen.

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          Wegen abermaliger Gewaltvorwürfe gegen seine Soldaten muss der Chef der UN-Friedensmission Minusca in der Zentralafrikanischen Republik seinen Posten räumen. Der senegalesische General Babacar Gaye wurde laut einer offiziellen Mitteilung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwoch in New York entlassen. Blauhelm-Soldaten unter der Führung Gayes sollen Anfang August ein 12 Jahre altes Mädchen vergewaltigt und einen 16 Jahre alten Jugendlichen und seinen Vater willkürlich erschossen haben.

          „Ich kann nicht in Worte fassen, wie getroffen, verärgert und beschämt ich über die seit Jahren wiederkehrenden Missbrauchsvorwürfe gegen UN-Truppen bin“, erklärte UN-Generalsekretär Ban. Im Frühjahr wurde ein vertraulicher UN-Bericht öffentlich, wonach französische Blauhelm-Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik mehrere Kinder missbraucht haben sollen. Ban kündigte eine Sondersitzung des Sicherheitsrats und eine Besprechung mit den Chefs aller UN-Friedensmissionen an. „Genug ist genug“, sagte Ban.

          Seit Beginn des Einsatzes in der Zentralafrikanischen Republik im April 2014 wurden laut UN 57 Fälle von Fehlverhalten von Soldaten gemeldet. In elf Fällen gehe es um mutmaßlichen sexuellen Missbrauch. Ban kündigte an, alle Vorwürfe zu untersuchen. Die Vereinten Nationen sind derzeit in 16 Friedensmissionen weltweit im Einsatz, die aus insgesamt rund 124.000 Mitarbeitern bestehen, darunter 100.000 Soldaten.

          Die jüngsten Vorwürfe richten sich gegen Mitglieder der Stabilisierungsmission Minusca. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Anfang der Woche erklärt, Soldaten seien für sexuellen Missbrauch und die Erschießung von Zivilisten verantwortlich. Die UN stehen immer wieder in der Kritik, nicht genug gegen Machtmissbrauch der Soldaten zu unternehmen und gegen die Verantwortlichen nicht entschieden genug vorzugehen.

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