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Anschlag auf Nationalmuseum : Tunis jagt die Komplizen der Terroristen

  • Aktualisiert am

Menschen in Tunis beten für die Opfer des Anschlages auf das Bardo-Museum Bild: AP

Präsident Essebsi kündigt nach dem Anschlag in Tunis einen „gnadenlosen“ Kampf gegen Terror an. Ob ein deutscher Staatsbürger getötet wurde, ist weiterhin unklar. Frankreichs Präsident Hollande bestätigte, dass zwei Landsleute unter den Opfern sind.

          Nach dem Angriff auf ein Museum in Tunis hat die tunesische Führung einen „gnadenlosen“ Kampf gegen den Terror angekündigt. Präsident Béji Caïd Essebsi sagte, das Land werde „bis zum letzten Atemzug“ gegen seine Gegner kämpfen. „Diese grausamen Minderheiten jagen uns keine Angst ein“, sagte der tunesische Staatschef. „Ich möchte, dass das tunesische Volk versteht, dass wir uns in einem Krieg gegen den Terrorismus befinden.“  Im Herzen der Hauptstadt versammelten sich Tausende Tunesier, um ein Zeichen gegen den Terroranschlag zu setzen.

          Bewaffnete Angreifer hatten das Museum am Mittwoch gestürmt. Nach Angaben der Regierung starben 19 Menschen, darunter 17 Touristen, ein Busfahrer und ein Polizist. Auch zwei Angreifer wurden getötet. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Zu dem Anschlag  bekannte sich zunächst niemand, jedoch trägt er die Handschrift radikaler Islamisten. Die tunesischen Behörden fahnden weiter nach möglichen Komplizen.

          Ob es ein deutsches Todesopfer gegeben hat, bleibt weiterhin unklar. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Deutsche unter den Opfern seien, Gewissheit gebe es aber noch nicht, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). „Unsere Botschaft in Tunis arbeitet gemeinsam mit den tunesischen Behörden daran, schnellstmöglich für Aufklärung zu sorgen.“

          Frankreich bestätigt Opfer

          Nach Angaben des französischen Präsidenten François Hollande waren unter den Todesopfern insgesamt zwei Franzosen. Er sprach von einem „furchtbaren Attentat“ und übermittelte den betroffenen Familien sein Mitgefühl und Tunesien seine Solidarität. Unter den Toten wurden nach Regierungsangaben bislang  fünf Japaner, vier Italiener, zwei Spanier, zwei Tunesier und zwei Kolumbianer identifiziert. Auch je ein Urlauber polnischer und australischer Herkunft seien gestorben. Die Identität eines Getöteten sei noch ungewiss.

          Nach Angaben von Regierungschef Habib Essid waren die Angreifer in Militäruniformen gekleidet und mit Kalaschnikows bewaffnet. Sie eröffneten demnach das Feuer auf die Touristen, während diese aus ihren Bussen stiegen, und jagten ihnen dann in das Innere des Gebäudes hinterher. Dieses liegt direkt neben dem Parlament.

          In Tunesien hatte Ende 2010 der sogenannte Arabische Frühling seinen Anfang genommen. Im Gegensatz zu vielen anderen arabischen Staaten machte Tunesien eine demokratische politische Entwicklung durch, die international vielfach gewürdigt wurde. Allerdings erlebte auch die bewaffnete Dschihadistenbewegung seit der Revolution einen Aufschwung.

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