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Terrorismus in Mali : Neun Jahre Haft für die Zerstörung von Weltkulturerbe

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Der malische Dschihadist Ahmad al-Faqi al-Mahdi Bild: dpa

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat zum ersten Mal ein Urteil über die Zerstörung von Kulturgütern gesprochen. Es befand den malischen Dschihadisten Ahmad Al Faqi Al Mahdi für schuldig, historische Mausoleen in Timbuktu zerstört zu haben.

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          Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat den Dschihadisten Ahmad Al Faqi Al Mahdi für die Zerstörung von Unesco Weltkulturerbe in Mali zu neun Jahren Haft verurteilt. Erstmals sprach das Kriegsverbrechertribunal damit am Dienstag jemanden für die Verwüstung von Welterbestätten schuldig. Al Mahdi sei an der Zerstörung von fünf Gebäuden beteiligt gewesen. Zugleich hoben die Richter seine Kooperation mit dem Tribunal hervor.

          Al Mahdi selbst hatte am ersten Verhandlungstag im August zugegeben, an der Vernichtung der Mausoleen in Timbuktu durch die islamistische Gruppe Ansar Dine im Sommer 2012 beteiligt gewesen zu sein. Alle Anklagen des Gerichts seien korrekt.

          Er habe ganz bewusst „leichte Ziele mit religiösem und historischem Charakter“ ausgewählt, so der Vorwurf an Al Mahdi. Ziel der Verwüstungen sei gewesen, die Menschen der Region zu schockieren. Chefanklägerin Fatou Bensouda nannte die Taten „einen feigen Angriff auf die Würde und Identität ganzer Völker“.

          Timbuktu: „Stadt der 333 Heiligen“

          Die betroffenen Bauten gehören seit 1988 zum Weltkulturerbe der Unesco. Im 15. und 16. Jahrhundert war Timbuktu, die „Stadt der 333 Heiligen“, intellektuelles und religiöses Zentrum Afrikas. An einer wichtigen Salzhandelsroute entstanden dort zahlreiche Universitäten, Koranschulen, drei besonders bedeutende Moscheen und 16 Mausoleen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden mehrere 100.000 Schriften zum Islam, zu Mathematik, Philosophie und Geschichte verfasst.

          In Timbuktu schuf Ansar Dine eine Schreckensherrschaft und versuchte, das islamische Recht, die Scharia, auf grausame Weise durchzusetzen. In Mali bekennen sich zwar mehr als 90 Prozent der rund 17 Millionen Einwohner zum Islam. Die Auslegung galt jedoch stets als moderat und tolerant.

          Die zerstörten Gebäude von Timbuktu sind unterdessen mittels eines Sonderfonds wiederaufgebaut. Frieden ist trotz mehr als 15.000 stationierten Soldaten der UN-Mission Minusma immer noch nicht in die Region eingekehrt.

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