https://www.faz.net/-gq5-8jboi

Südsudan : Bundeswehr schließt Evakuierung ab

  • Aktualisiert am

Kriegswaise Steven aus der südsudanischen Stadt Juba blickt in eine unsichere Zukunft Bild: AFP

Die Kämpfe der jüngsten Tage in Südsudan haben die Bundesregierung zum Handeln gewzungen. Die Bundeswehr fliegt rund 200 Menschen aus, darunter auch Deutsche. 15 Bundeswehr-Soldaten bleiben.

          2 Min.

          Nach den heftigen Kämpfen im Südsudan hat die Bundeswehr dort lebende Deutsche ausgeflogen. Sie wurden am Mittwoch mit Transall-Maschinen vom Flughafen der Hauptstadt Juba ins Nachbarland Uganda gebracht, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mitteilte. Gegen mögliche Raketenangriffe sind die Militärtransporter besonders geschützt.

          Insgesamt hielten sich zuletzt noch etwa 100 Deutsche in dem ostafrikanischen Krisenstaat auf, die meisten davon Diplomaten und Entwicklungshelfer. Die Mitarbeiter der Botschaft wurden mit dem letzten der insgesamt vier Flüge außer Landes gebracht. Die Botschaft wurde vorübergehend geschlossen.

          Die Bundeswehr nahm nach Angaben aus dem Außenamt auch Bürger aus mehr als einem Dutzend anderer Staaten mit in Sicherheit. Darunter waren drei verletzte chinesische Soldaten der UN-Friedensmission im Südsudan (UNMISS) und ein äthiopischer Blauhelmsoldat. Jedes der vier Flugzeuge transportierte rund 50 Passagiere. An Bord war auch ein Krisenunterstützungsteam mit Bundeswehr-Ärzten und Sanitätern sowie Mitarbeitern des Auswärtigen Amts, das die Ausreise am Flughafen unterstützte und die Passagiere auf dem Flug betreute.

          Kurz vor dem fünften Jahrestag der Unabhängigkeit der jüngsten Nation der Welt waren am Freitag heftige Kämpfe zwischen regulären Streitkräften und ehemaligen Rebellen ausgebrochen. Dabei wurden nach Regierungsangaben in Juba mindestens 270 Menschen getötet. Nach Anordnung einer Waffenruhe durch Präsident Salva Kiir hat sich die Lage inzwischen einigermaßen beruhigt.

          Die Evakuierung wurde bereits seit mehreren Tagen von einem Krisenstab im Auswärtigen Amt vorbereitet. Internationale Fluggesellschaften hatten ihre Flüge nach Juba schon am Sonntag eingestellt.

          Bundeswehr-Beobachter bleiben

          Die insgesamt 15 deutschen Militärbeobachter im Südsudan sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Land bleiben. Sieben Bundeswehr-Beobachter sind in der Hauptstadt Juba, acht sind über den Rest des Landes verteilt.

          Nach offiziellen Angaben wird die Waffenruhe weitgehend respektiert. In Juba waren Läden und Märkte wieder geöffnet. Die Menschen wagten sich nach tagelangen Gefechten wieder auf die Straße. Präsident Kiir forderte Ex-Rebellenführer und Vizepräsident Riek Machar unterdessen zu Gesprächen auf. Machar hatte sich zunächst nicht zu der Waffenruhe geäußert.

          Mindestens 36 000 Menschen wurden nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) durch die jüngsten Kämpfe in die Flucht getrieben. Das ostafrikanische Land war Ende 2013 in einen Bürgerkrieg gestürzt. Seither haben Zehntausende Menschen ihr Leben verloren, rund 2,5 Millionen weitere sind nach UN-Angaben auf der Flucht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die HMS Defender bei ihrer Ankunft im Hafen von Odessa am 18. Juni

          Vorfall im Schwarzen Meer : Wollte die Royal Navy Russland provozieren?

          In Großbritannien verstärkt sich der Eindruck, dass die Royal Navy im Schwarzen Meer ein Zeichen setzen wollte. Moskau droht für Wiederholungen mit Bombenangriffen „nicht einfach in den Kurs, sondern auf das Ziel“.
          Der neue Bosch-Chef Stefan Hartung

          Generationswechsel : Bosch baut seine Führung komplett um

          Dass Stefan Hartung an die Spitze des Technologiekonzerns aufrückt, war schon länger klar. Doch wie groß der Umbau ausfällt, überrascht. Vor allem die neue Position des bisherigen Chefs erregt Aufmerksamkeit.

          Probleme des DFB-Teams : Höggschde Fahrigkeit

          Der Unterschied zur WM 2018, als Deutschland krachend vom hohen Ross fiel, besteht in erster Linie darin, dass sich „die Mannschaft“ nun wehrte. Das Grundproblem aber hat sich nicht verändert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.