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Lesotho : Blut und Wasser

  • -Aktualisiert am

Lesothos wertvollstes Gut: 2,6 Millionen Kubikmeter Wasser fließen pro Tag aus dem Katse-Stausee ins Nachbarland Südafrika. Bild: Imago

Um sich den Zugang zur wichtigsten Ressource zu sichern, fördert Südafrika politische Intrigen im Nachbarland Lesotho. Doch Pretorias Einflusspolitik geht nach hinten los.

          Das Manöver heißt im Polizeijargon „Box“. Es beschreibt das Stoppen eines Fahrzeugs mutmaßlicher Verbrecher aus voller Fahrt. Ein Polizeiwagen setzt sich dabei vor das Fluchtfahrzeug und bremst es aus, ein zweiter klemmt sich an die hintere Stoßstange, ein dritter setzt sich daneben, um ein Öffnen der Fahrertür und damit eine Flucht des Fahrers zu verhindern.

          Das Manöver ist perfekt ausgeführt. Nur sind es keine Polizisten, die Generalleutnant Maaparankoe Mahao an jenem 27. Juni auf einer Landstraße in Lesotho rabiat stoppen, sondern Soldaten. Seine eigenen Leute. Ohne zu zögern, eröffnen sie das Feuer. Mahao wird von acht Kugeln getroffen, drei allein in den Kopf. Einer der Mörder holt anschließend sein Mobiltelefon hervor und ruft offenbar seinen Vorgesetzten an. Mahaos Neffe, der mit im Wagen sitzt und unverletzt bleibt, merkt sich die Worte des Soldaten: „Wir haben ihn gefunden. Wir haben ihn erschossen. Wir sind hier mit Sergeant Makara.“

          Der Mord an dem ehemaligen Generalstabschef der lesothischen Armee ist der vorläufige Höhepunkt einer politischen Krise, die das kleine Königreich im südlichen Afrika seit August 2014 erschüttert. Es geht dabei um Macht, um Geld und um aufgeblasene Egos. Der mutmaßliche Auftraggeber des Mordes an Mahao ist niemand anders als sein Rivale, der derzeitige Generalstabschef Tlali Kamoli. Der hatte im August vergangenen Jahres einen Putschversuch unternommen, war dafür abgesetzt worden und hatte dennoch einfach weitergemacht. Ein afrikanischer Klassiker, nicht weiter der Rede wert. Und überhaupt: Welche Bedeutung hat schon Lesotho?

          Lesotho ist ein Land voller Berge, hat 1,9 Millionen Einwohner, ist ringsherum von Südafrika umzingelt und gilt als bitterarm. Lesotho ist eine parlamentarische Monarchie mit einem König, der vom Parlament abgesetzt werden kann, sollte er versuchen, tatsächlich König zu spielen. Die Währung heißt Loti und ist an den südafrikanischen Rand gekoppelt, was angesichts der lausigen Wirtschaftsleistung heißt, dass die südafrikanische Zentralbank das Land heftig subventioniert. Die Hauptstadt Maseru wirkt deshalb wie jede beliebige südafrikanische Mittelstadt: In den Shopping Malls sind nur südafrikanische Ketten präsent, die Banken, die Tankstellen, die Hotels sind ebenfalls südafrikanisch. Der einzige sichtbare Unterschied zum Nachbarland sind die Nummernschilder an den Autos.

          Daneben verfügt Lesotho über immense Wasservorräte, die lebenswichtig für das Nachbarland Südafrika sind, und eine politische Klasse, die alles andere als zimperlich vorgeht, wenn es um die Sicherung der eigenen Macht geht. Das eine hängt mit dem anderen zusammen und hat dazu geführt, dass ein lesothischer Armeechef Jagd auf Oppositionelle machen kann, weil einem südafrikanischen Spitzenpolitiker gerade die Ergebnisse seiner politischen Taschenspielertricks um die Ohren fliegen.

          Worum sich alles dreht in Lesotho, liegt auf 2500 Meter Höhe in den Bergen. Der Katse-Staudamm, knapp 200 Kilometer nördlich von Maseru, ist ein Denkmal moderner Ingenieurskunst. Über mehr als 60 Kilometer Länge erstreckt sich der künstliche See, der sich hinter einer 180 Meter hohen und 700 Meter breiten Mauer staut. Das Besondere an dieser Talsperre jedoch ist im Fels verborgen: ein 82 Kilometer langer Tunnel durch die Berge bis nach Südafrika. Jede Sekunde strömen 30 Kubikmeter Wasser durch diese Röhre in Richtung Johannesburg, Pretoria und Vereeniging und somit in den Maschinenraum der südafrikanischen Wirtschaft. Das sind knapp 2,6 Millionen Kubikmeter am Tag. Zehn Millionen Menschen in der südafrikanischen Provinz Gauteng trinken Wasser aus dem 380 Kilometer entfernten Lesotho, benutzen es zum Kochen und zum Waschen. Die Goldbergwerke in Johannesburg, die Platinminen in Marikana und die Eisenhütten in Vereeniging müssten schließen, sollte dieses Wasser nicht mehr strömen.

          Aus südafrikanischer Sicht ist der Katse-Stausee im Nachbarland „von entscheidender Bedeutung für die nationale Sicherheit“, und immer, wenn es in Lesotho politisch kracht (und das passiert häufig), stehen binnen Stunden südafrikanische Soldaten an der Katse-Mauer, um eine Sprengung der Talsperre zu verhindern. „Was auch immer Südafrika in Lesotho unternimmt, es geht letztendlich nur um das Wasser“, sagt Joang Molapo, der bis zu dem Putschversuch im vergangenen Jahr Innenminister von Lesotho war und heute um sein Leben fürchten muss. Auch das hat mit dem Wasser zu tun.

          Strom für Wasser

          Doch der Reihe nach. Das heutige Drama in Lesotho beginnt 2012 mit dem Wahlsieg einer Koalition aus drei Parteien und einem Regierungswechsel. Der Oppositionelle Thomas Thabane von der „All Basotho Convention“ (ABC) wird zum Ministerpräsidenten ernannt. Die südafrikanische Regierung begrüßt den Machtwechsel überschwänglich und legt der neuen Regierung umgehend einen Vertrag vor: Das Abkommen zum Bau von drei weiteren Talsperren oberhalb von Katse und von Mohale, der zweiten Staustufe in den Bergen. Katse und Mohale sind bereits durch einen 32 Kilometer langen Tunnel verbunden.

          Einmal fertiggestellt, sollen alle fünf Talsperren durch ein Röhrensystem miteinander verbunden werden und den Wasserbedarf Südafrikas für die kommenden hundert Jahre sichern. Das ehrgeizige Bauvorhaben nennt sich „Lesotho Highland Water Project“ und war 1986 noch mit der südafrikanischen Apartheidregierung verhandelt worden. Seither aber ist viel Wasser durch den Tunnel geströmt, weshalb die Thabane-Regierung die Meinung vertritt, dass der eine oder andere Passus dieses Vertrages an die Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts angepasst werden müsse. Die Südafrikaner reagieren verschnupft.

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          Ein Jahr später, im Sommer 2013, treffen sich Vertreter aus Lesotho im vornehmen Johannesburger Stadtteil Sandton abermals mit den Abgesandten des südafrikanischen Ministeriums für Wasser und Umweltfragen. Wieder geht es um den Bau von Polihali, Tsoelike und Ntoahae, den drei geplanten zusätzlichen Stauseen. Den Südafrikanern läuft die Zeit davon. Regierungsinterne Studien besagen, dass die Wasserzufuhr aus Lesotho bis 2018 drastisch gesteigert werden muss, wenn Johannesburg nicht auf dem Trockenen sitzen soll. Doch die Lesother wollen nicht einfach unterschreiben. Sie wollen ein Gegengeschäft: Strom für Wasser. Sie schlagen den Bau eines Wasserkraftwerkes zwischen den Talsperren vor, das nicht nur den Energiebedarf Lesothos decken soll, sondern zusätzlich 1200 Megawatt für den südafrikanischen Markt produzieren würde. „Die Südafrikaner sollten uns die Abnahme dieser 1200 Megawatt garantieren, dann hätten wir dem Bau der Talsperren noch am gleichen Tag zugestimmt“, erinnert sich Molapo an die Verhandlungen.

          Doch die Südafrikaner lehnen ab. Aus Sicht Pretorias ist die Abhängigkeit von Lesotho bei der Wasserversorgung schon schlimm genug. Man will sich dem Mini-Staat nicht auch noch für die Stromversorgung ausliefern. Dass die Lesother bei gleicher Gelegenheit die Ausschreibungen für den Bau der Talsperren weltweit streuen wollen, damit nicht wieder nur die Günstlinge des „African National Congress“ (ANC) die Aufträge bekommen, macht den Vorschlag aus Sicht der südafrikanischen Regierung nicht attraktiver. Pretoria beginnt, sich nach der im Jahr zuvor abgewählten Regierung in Maseru zu sehnen, die immer brav alles ratifizierte. „Nach den gescheiterten Verhandlungen in Sandton war klar, dass Zuma und seine Leute einen Machtwechsel in Lesotho als vorteilhaft für Südafrika betrachteten“, glaubt Molapo.

          Ramaphosa, eine wandelnde Legende

          Die innenpolitische Situation in Lesotho ist dabei hilfreich. Da keine der vier großen Parteien stark genug ist, eine absolute Mehrheit zu gewinnen, ist das Land dazu verdammt, ständig von Koalitionen regiert zu werden, die nicht funktionieren. Die Regierung von Ministerpräsident Thomas Thabane ist dabei keine Ausnahme. 2014 kündigt einer der drei Koalitionspartner, der „Lesotho Congress for Democracy“ von Mothetjoa Metsing, die Zusammenarbeit auf. Angeblich, weil Thabane ohne Rücksprache mit den Partnern einfach durchregiere. Tatsächlich wohl eher, weil der Ministerpräsident Ernst macht mit seinem Kampf gegen die endemische Korruption und ausgerechnet an seinem Stellvertreter Metsing ein Exempel statuieren will. Metsing hat gute Kontakte zur Armee. Generalstabschef Tlali Kamoli ist gerne behilflich und organisiert eine Art Putsch, der den Ministerpräsidenten zur Flucht ins Ausland veranlasst und Südafrika als Ordnungsmacht auf den Plan ruft. Darauf hat Pretoria gewartet.

          Die südafrikanische Regierung versichert sich der Rückendeckung des Staatenverbundes der Entwicklungsgemeinschaft im südlichen Afrika (SADC) und beauftragt Cyril Ramaphosa mit den Verhandlungen in Lesotho. Dort fühlen sich alle Parteien geschmeichelt, dass ein so wichtiger Politiker sich ihrer Probleme annimmt. Denn Ramaphosa ist nicht nur stellvertretender südafrikanischer Präsident. Ramaphosa ist eine wandelnde Legende. Er war es, der mit der Apartheidregierung in den frühen neunziger Jahren die neue südafrikanische Verfassung aushandelte, und wäre es nach Nelson Mandela gegangen, wäre Ramaphosa der zweite schwarze Präsident Südafrikas geworden – anstelle von Thabo Mbeki.

          Doch Ramaphosa ist nicht an einer politischen Befriedung Lesothos interessiert. Er will eine provisorische schnelle Lösung, damit endlich mit dem Bau der drei neuen Talsperren begonnen werden kann. Mit dem Putschversuch hält sich der südafrikanische Unterhändler gar nicht erst auf. Ramaphosa fordert Neuwahlen, weil ihm klar ist, dass der widerspenstige Thabane diese nicht gewinnen kann. Viel wahrscheinlicher ist eine Koalition des „Democratic Congress“ und des „Lesotho Congress for Democracy“, also ein Bündnis des ehemaligen Ministerpräsidenten Pakalitha Mosisili und des Mannes, der die aktuelle Regierungskrise auslöste, Mothejoa Metsing.

          Mit dem ehemaligen Bergarbeiter Metsing ist der ehemalige Gewerkschaftsführer Ramaphosa seit vielen Jahren persönlich befreundet. Mosisili wiederum ist der alte Bekannte, nach dem sich die Südafrikaner bei den Verhandlungen in Sandton gesehnt hatten. Mosisili war 1998 nach der Militärintervention Südafrikas in Lesotho an die Macht gekommen. Er steht in der Schuld der Südafrikaner und wird bestimmt kein Wasserkraftwerk fordern, sondern einfach die Schleusen öffnen.

          Wahlsieger von Südafrikas Gnaden: Lesothos Ministerpräsident Mosisili

          Der wahre Herrscher im Land

          Die Neuwahlen werden auf Februar 2015 terminiert. Ramaphosa veranlasst, dass der nach Südafrika geflohene Ministerpräsident Thabane bei seiner Rückkehr nach Lesotho von zwei Dutzend südafrikanischen Elitepolizisten beschützt wird. Seine Wahlkampfauftritte wirken deshalb genauso, wie von Ramaphosa beabsichtigt: Ein kleiner Mann, der sich hinter den breiten Schultern schwerbewaffneter Ausländer verschanzen muss. Der Plan geht auf. Mosisili gewinnt die Wahl und koaliert mit Metsing. Bis Generalstabschef Kamoli gewaltsam gegen Oppositionspolitiker vorgeht. Kamoli ist der Meinung, die neue Regierung wäre ohne seinen kleinen Putschversuch im Jahr zuvor nie an die Macht gekommen, und deshalb führt er sich auf, als sei er der wahre Herrscher im Land.

          Einer der Gründer der „All Basotho Convention“, Thabiso Tosane, wird vor seinem Haus erschossen. Die Mörder tragen Armeeuniformen. Kurze Zeit später werden in Maseru einem fassungslosen Richter 27 Soldaten unter dem Vorwurf vorgeführt, einen Putsch geplant zu haben. Die Angeklagten bluten aus Nasen und Ohren. Einige sind so schlimm gefoltert worden, dass sie nicht mehr stehen können. Ihr Vergehen besteht einzig und allein darin, Generalstabschef Kamoli den Kadavergehorsam verweigert zu haben.

          Ende Juni bringt der Mord an Kamolis ärgstem Gegner, Generalleutnant Maaparankoe Mahao, das Fass endgültig zum Überlaufen. Wieder fliehen die wichtigsten Oppositionspolitiker, aber auch Journalisten und Menschenrechtsaktivisten außer Landes. Die Witwe Mahaos beschuldigt Ramaphosa in einem offenen Brief, die Verantwortung für den Mord an ihrem Mann zu tragen, weil der Südafrikaner nichts gegen Kamoli unternommen habe. Ramaphosa steht vor einem Scherbenhaufen. Statt den Bau der drei neuen Talsperren durch einen Regierungswechsel voranzubringen, hat er Südafrika ein diplomatisches Fiasko beschert.

          Sehr zum Verdruss der Südafrikaner mischen sich Anfang Juli auch noch die Amerikaner ein. Washington unterhält als einzige westliche Nation eine Botschaft in Lesotho. Der Grund dafür ist die diplomatische Vertretung der Chinesen in Maseru und die Tatsache, dass chinesische Unternehmer groß in die Textilindustrie des Landes eingestiegen sind. Man kann auch sagen: Sie haben diese Industrie erfunden. Lesotho ist eines jener Länder, die von dem amerikanischen Agoa-Programm (African Growth and Opportunity Act) profitieren. Lesotho darf Waren zollfrei nach Amerika exportieren. Seither lassen chinesische Unternehmer in Lesotho Jeanshosen im Akkord nähen. Das war so nicht geplant, und es ist deshalb schwer einzuschätzen, ob die Drohung der Amerikaner, Lesotho aus dem Agoa-Programm zu werfen, der politischen Krise geschuldet ist oder ob diese nicht vielmehr als Vorwand genutzt wird, ein Programm einzustellen, von dem offensichtlich die Falschen profitieren.

          Situation in Lesotho „explosiv“

          Worauf es ankommt, ist diese Zahl: 35.000. So viele Arbeitsplätze haben die Chinesen in Lesotho geschaffen. Sollten die wegfallen, weil die Zollvergünstigungen abgeschafft werden, würden diese 35.000 Lesother am nächsten Morgen ihre Arbeitskraft jenseits der porösen Grenze in Südafrika feilbieten. Das will Pretoria auf jeden Fall verhindern, weil ansonsten die Gefahr bestünde, dass sich in Südafrika fremdenfeindliche Ausschreitungen wiederholen, wie sie zuletzt Anfang des Jahres die Hafenmetropole Durban erschütterten.

          Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma zieht die Reißleine und bezeichnet die Situation in Lesotho öffentlich als „explosiv“. Einem Reporter der Zeitung „The Times“ werden Informationen darüber zugespielt, was die südafrikanische Armee im Fall des Falles alles aufbieten könne. Da ist von Panzern die Rede, von Kampfhubschraubern und von den berühmt-berüchtigten Recce-Kommandos aus Phalaborwa, einer Spezialeinheit, die es angeblich selbst mit dem britischen SAS aufnehmen kann. Doch das Säbelrasseln ist vor allem eines: ein Eingeständnis, als Vermittler gescheitert zu sein.

          Abermals wird ein SADC-Gipfeltreffen zu der Krise in Lesotho einberufen, abermals wird Ramaphosa beauftragt, eine Lösung zu finden. Ein Erfolg ist auch deshalb wichtig, weil Ramaphosa Zuma in nicht allzu ferner Zukunft als südafrikanischer Präsident beerben soll. Wie aber soll Zuma diese Nachfolge vor dem ANC rechtfertigen, wenn sein Kronprinz nicht einmal dieses winzige Lesotho und damit die Wasserversorgung Südafrikas unter Kontrolle bekommt? Das Chaos in Lesotho droht sich zu einer ernsten innenpolitischen Krise in Südafrika zu entwickeln.

          In Lesotho aber will keiner mehr mit Ramaphosa sprechen. Nicht die Opposition, die ihn für den Amoklauf des Armeechefs verantwortlich macht, und auch nicht Ministerpräsident Mosisili, der den Südafrikanern unterstellt, Partei für seinen Widersacher Thabale zu ergreifen. Ramaphosa greift abermals tief in seine Trickkiste: Für die Aufklärung der Todesursache von General Mahao werden zwei südafrikanische Pathologen nach Maseru beordert. Das wirkt auf den ersten Blick hilflos, denn schließlich weiß jeder, dass der Mann an drei Schüssen in den Kopf starb. Doch die Pathologen sollen die tödlichen Geschosse aus Mahaos Gehirn pulen, um das Kaliber festzustellen, damit die Munition zweifelsfrei zur lesothischen Armee zurückverfolgt werden kann. Was in deren Arsenal lagert, wissen die Südafrikaner ganz genau, denn sie sind der wichtigste Waffenlieferant der lesothischen Armee. Der abschließende Bericht wird eine eindeutige Schuld der Armeeführung feststellen und das Gütesiegel der SADC tragen, was dem lesothischen Ministerpräsident Mosisili keine andere Wahl lassen wird, als General Kamoli zu entmachten. So weit, so clever.

          Was aber, wenn Kamoli nicht freiwillig geht? „Dann bleibt nur noch militärisches Eingreifen“, sagt der ehemalige Innenminister Joang Molapo. Das bedeutet Kämpfe, Zerstörungen, Neuwahlen, Koalitionskrisen und jahrelanger Wiederaufbau. Bis 2018 werden die drei von Südafrika dringend benötigten Talsperren unter diesen Umständen niemals fertiggestellt werden. Womit der südafrikanischen Provinz Gauteng auf absehbare Zeit Wasserknappheit und in der Folge soziale Unruhen ins Haus stehen. „Dabei wollten wir nur ein Wasserkraftwerk“, seufzt Molapo.

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