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Lesotho : Blut und Wasser

  • -Aktualisiert am

Doch die Südafrikaner lehnen ab. Aus Sicht Pretorias ist die Abhängigkeit von Lesotho bei der Wasserversorgung schon schlimm genug. Man will sich dem Mini-Staat nicht auch noch für die Stromversorgung ausliefern. Dass die Lesother bei gleicher Gelegenheit die Ausschreibungen für den Bau der Talsperren weltweit streuen wollen, damit nicht wieder nur die Günstlinge des „African National Congress“ (ANC) die Aufträge bekommen, macht den Vorschlag aus Sicht der südafrikanischen Regierung nicht attraktiver. Pretoria beginnt, sich nach der im Jahr zuvor abgewählten Regierung in Maseru zu sehnen, die immer brav alles ratifizierte. „Nach den gescheiterten Verhandlungen in Sandton war klar, dass Zuma und seine Leute einen Machtwechsel in Lesotho als vorteilhaft für Südafrika betrachteten“, glaubt Molapo.

Ramaphosa, eine wandelnde Legende

Die innenpolitische Situation in Lesotho ist dabei hilfreich. Da keine der vier großen Parteien stark genug ist, eine absolute Mehrheit zu gewinnen, ist das Land dazu verdammt, ständig von Koalitionen regiert zu werden, die nicht funktionieren. Die Regierung von Ministerpräsident Thomas Thabane ist dabei keine Ausnahme. 2014 kündigt einer der drei Koalitionspartner, der „Lesotho Congress for Democracy“ von Mothetjoa Metsing, die Zusammenarbeit auf. Angeblich, weil Thabane ohne Rücksprache mit den Partnern einfach durchregiere. Tatsächlich wohl eher, weil der Ministerpräsident Ernst macht mit seinem Kampf gegen die endemische Korruption und ausgerechnet an seinem Stellvertreter Metsing ein Exempel statuieren will. Metsing hat gute Kontakte zur Armee. Generalstabschef Tlali Kamoli ist gerne behilflich und organisiert eine Art Putsch, der den Ministerpräsidenten zur Flucht ins Ausland veranlasst und Südafrika als Ordnungsmacht auf den Plan ruft. Darauf hat Pretoria gewartet.

Die südafrikanische Regierung versichert sich der Rückendeckung des Staatenverbundes der Entwicklungsgemeinschaft im südlichen Afrika (SADC) und beauftragt Cyril Ramaphosa mit den Verhandlungen in Lesotho. Dort fühlen sich alle Parteien geschmeichelt, dass ein so wichtiger Politiker sich ihrer Probleme annimmt. Denn Ramaphosa ist nicht nur stellvertretender südafrikanischer Präsident. Ramaphosa ist eine wandelnde Legende. Er war es, der mit der Apartheidregierung in den frühen neunziger Jahren die neue südafrikanische Verfassung aushandelte, und wäre es nach Nelson Mandela gegangen, wäre Ramaphosa der zweite schwarze Präsident Südafrikas geworden – anstelle von Thabo Mbeki.

Doch Ramaphosa ist nicht an einer politischen Befriedung Lesothos interessiert. Er will eine provisorische schnelle Lösung, damit endlich mit dem Bau der drei neuen Talsperren begonnen werden kann. Mit dem Putschversuch hält sich der südafrikanische Unterhändler gar nicht erst auf. Ramaphosa fordert Neuwahlen, weil ihm klar ist, dass der widerspenstige Thabane diese nicht gewinnen kann. Viel wahrscheinlicher ist eine Koalition des „Democratic Congress“ und des „Lesotho Congress for Democracy“, also ein Bündnis des ehemaligen Ministerpräsidenten Pakalitha Mosisili und des Mannes, der die aktuelle Regierungskrise auslöste, Mothejoa Metsing.

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