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Gewalt gegen Ausländer : Südafrika setzt Armee in Townships ein

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In Südafrika leben Ausländer, hier in einem temporären Flüchtlingslager bei Johannesburg, seit Wochen mit der Angst vor Ausschreitungen gegen sie. Bild: AP

In Südafrika fürchten Ausländer um ihr Leben, seit es in mehreren Städten zu fremdenfeindlichen Übergriffen gekommen ist. Nun reagiert die Regierung mit dem Einsatz von Soldaten.

          Die südafrikanische Regierung hat den Einsatz der Armee angeordnet, um die seit mehr als zwei Wochen andauernden ausländerfeindlichen Ausschreitungen einzudämmen. Nach Angaben von Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula sollen die Soldaten zunächst aber nur in Alexandra, einem Township in Johannesburg, eingesetzt werden. Dort war am Wochenende vor den Augen eines Pressefotografen ein Moçambiquaner auf offener Straße erstochen worden.

          Die Bilder des Mordes hatten eine Welle der Empörung in Südafrika ausgelöst. Die drei mutmaßlichen Täter waren am Dienstag gefasst worden, nachdem die Polizei eine Belohnung von 100.000 Rand (rund 7800 Euro) ausgelobt hatte. Gleichwohl gehen die Auseinandersetzungen in Alexandra weiter. Am Dienstag war dort ein Mitglied der Partei „Economic Freedom Fighters“ (EFF) bei einer Veranstaltung gegen Rassismus angeschossen worden. Seit Beginn der fremdenfeindlichen Ausschreitungen vor rund zwei Wochen sind unterschiedlichen Quellen zufolge zwischen sechs und 15 Menschen getötet worden. In der Hafenstadt Durban, wo die Auseinandersetzungen ihren Anfang nahmen, wurden 7000 Ausländer obdachlos.

          Die Regierungen von Moçambique, Zimbabwe und Malawi haben damit begonnen, ihre Bürger mit Bussen in Durban abzuholen und in die Heimat zu transportieren. Die Krawalle hatten begonnen, nachdem der König der Zulus, Goodwill Zwelithini, alle Ausländer aufgefordert hatte, „ihre Koffer zu packen und zu gehen“. Das Oberhaupt der Zulus hat inzwischen zur Ruhe aufgerufen und schlug einen „Friedensvertrag“ zwischen Zulus und Ausländern vor. Präsident Jacob Zuma machte indirekt die Apartheid für die hohe Gewaltbereitschaft im Land verantwortlich: „Wir haben uns gegen ein brutales System mit Gewalt gewehrt. Nach dem Ende der Apartheid aber haben wir vergessen, uns diese Gewalt wieder abzugewöhnen“, sagte Zuma.

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