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Somalia : Mehrere ausländische Dschihadisten getötet

  • -Aktualisiert am

Der in Somalia kämpfende Amerikaner Omar Shafik Hammami (hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2011) ist offenbar von Mitgliedern seiner al Shabaab-Miliz erschossen worden. Bild: Reuters

In Somalia soll der aus Amerika stammende Islamist Omar Shafik Hammami erschossen worden sein - von Mitgliedern seiner eigenen Shabaab-Miliz. In der Gruppe war ein Führungsstreit entbrannt. Islamische Geistliche belegten sie mit einer Fatwa.

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          Einer der bekanntesten ausländischen Islamisten in Somalia, der Amerikaner Omar Shafik Hammami, ist offenbar von Mitgliedern der radikalen Miliz al Shabaab, für die er seit 2006 kämpfte, erschossen worden. Das berichteten übereinstimmend Quellen innerhalb der Miliz und Bewohner der Ortschaft Bardhere, in der Hammami am Mittwoch getötet worden sein soll. Zusammen mit dem „Abu Mansur al Amriki“ genannten Amerikaner soll ein als „Osama al Britani“ bekannter britischer Islamist pakistanischen Ursprungs getötet worden sein. Ein dritter Ausländer, der Ägypter sein soll, habe sich den Shabaab-Milizionären ergeben. Die amerikanische Regierung hatte im März eine Belohnung in Höhe von fünf Millionen Dollar für die Ergreifung Hammamis ausgesetzt. Bekannt war Hammami vor allem durch seine auf „You Tube“ veröffentlichten Musikvideos, in denen er Rap-Lieder über den Dschihad verbreitete.

          Die Ausländer sollen sich nach übereinstimmenden Berichten vor zwei Monaten von der Shabaab-Miliz losgesagt und seither versteckt gehalten haben. Innerhalb der Miliz tobt seit geraumer Zeit ein Richtungsstreit über das weitere Vorgehen, weil al Shabaab gegen die Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU), Amisom, militärisch mehr und mehr ins Hintertreffen gerät.

          Internationalisierung des Konflikts?

          Der 29 Jahre alte Hammami wurde in Alabama geboren und ist der Sohn einer aus Irland stammenden Mutter und eines syrischen Vaters. Er galt als Gefolgsmann des bekannten somalischen Predigers Sheikh Hassan Dahir Aweys, der sich im Juni von al Shabaab losgesagt und den Regierungstruppen gestellt hatte. Darweys stand einst den Scharia-Gerichtshöfen in Mogadischu vor und gilt als Gründungsmitglied von al Shabaab. Seit der Vertreibung der radikalen Islamisten zuerst aus Mogadischu im August 2011 und ein Jahr später aus Kismayo an der Küste wirbt der Führer der mit al Qaida verbündeten Miliz, Ahmed Abdi Godane, für eine „Internationalisierung“ des somalischen Konfliktes. Konkret fordert er Anschläge in den truppenstellenden Staaten von Amisom: Burundi, Uganda und Kenia. Darweys hingegen will den Konflikt auf Somalia begrenzen und sich von al Qaida abgrenzen, weil die Allianz von al Shabaab mit dem Terrornetz automatisch die Präsenz ausländischer Truppen auf somalischen Boden nach sich ziehe.

          Islamgelehrte erlassen Fatwa

          Inzwischen kontrollieren die Extremisten nur noch Teile Südsomalias. Aus allen größeren Städten konnten sie von Amisom vertrieben werden. Die mittlerweile auf 17.000 Soldaten angewachsene und ausgesprochen erfolgreiche Truppe wird weitgehend von der Europäischen Union finanziert. In der vergangenen Woche hatte Brüssel weitere 124 Millionen Euro für die kommenden sechs Monate zugesagt, mit denen die Gehälter der Soldaten, ihre Logistik und die medizinische Versorgung bezahlt werden sollen. Die Bewaffnung der Truppe wird von Amerika finanziert. Seit Beginn der Stationierung der afrikanischen Friedenstruppe in Somalia im Jahr 2007 beläuft sich die von der EU bereitgestellte Finanzierung damit auf knapp 600 Millionen Euro.

          Ebenfalls am Mittwoch hatten 160 führende somalische Islamgelehrte ein islamisches Rechtsgutachten (Fatwa) zu al Shabaab erlassen, in dem die Miliz als „verirrte Gruppe“ bezeichnet wird, die dem Islam „Schaden zufügt“. Gemäß der Fatwa ist es jedem Muslim künftig untersagt, Kämpfer der Miliz „zu unterstützen, zu beherbergen oder vor Gericht zu vertreten“. Die gewählte somalische Regierung als „ungläubig“ zu bezeichnen, wie es al Shabaab tut, ist ebenso untersagt wie die Verweigerung der Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden bei der Suche nach Kämpfern der Miliz.

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