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Somalia : Al Shabaab meldet Tod Hassan Turkis

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Ständige Bedrohung: Somalische Soldaten nach einem Überfall durch Al-Shabaab-Milizionäre am Dienstag nahe der Grenze zu Kenia Bild: Reuters

„Nach langer Krankheit“: Als handele es sich um einen Künstler oder verdienten Mitarbeiter, meldet die Al-Shabaab-Miliz den Tod eines ihrer Anführer. Tatsächlich war Hassan Turki eine prägende Figur des somalischen Islamismus.

          Der von den Vereinigten Staaten gesuchte Islamist Hassan Turki, der als einer der Anführer der somalischen Al-Shabaab-Miliz galt, ist tot. Turki, der ursprünglich aus der Region Ogaden in Äthiopien stammte, sei nach längerer Krankheit mit 73 Jahren gestorben, teilte die islamistische Al-Shabaab-Miliz am Donnerstag mit. Der äthiopische Geheimdienst hatte Turki gesucht, weil er glaubte, durch seine Festnahme den Widerstand in Ogaden zu brechen.

          Turki kämpfte seit 1993 gegen die amerikanischen Truppen in Somalia. 2008 versuchten amerikanische Soldaten vergeblich, ihn in der südsomalischen Stadt Dobley nahe der Grenze zu Kenia bei einem Luftangriff zu töten.

          Turki gilt als Gründer der Ras-Kamboni-Brigade, die in Somalia zwischen 2000 und 2002 die Einführung der islamischen Rechtsprechung Scharia vorantrieb. Er soll sich in Afghanistan und später im Sudan mehrmals mit dem später getöteten Al-Qaida-Führer Osama bin Ladin getroffen haben. Nach der Auflösung der Scharia-Räte durch die äthiopische Armee spaltete sich die Miliz. Turki tat sich mit dem ebenfalls aus dem Darood-Clan stammenden Extremisten Hassan Darweys zusammen; die Gruppe schloss sich der somalischen Al Shabaat an. 2013 verhängte der Weltsicherheitsrat UN-Sanktionen gegen Turki. Seine Bedeutung sank seit einiger Zeit; vor kurzem hatte er sich gemeinsam mit Darweys den Behörden gestellt, weil beide innerhalb von Al Shabaab um ihr Leben fürchteten.

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