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Senegal, Südafrika, Tansania : Obama auf großer Afrikareise

  • -Aktualisiert am

Ein Plakat im senegalesischen Dakar weist auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten hin Bild: AP

Der amerikanische Präsident besucht Senegal, Südafrika und Tansania. Washington will sein Engagement verstärken. Das hat auch mit der allgegenwärtigen Präsenz der Chinesen zu tun.

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          Der amerikanische Präsident Barack Obama ist zu seiner ersten großen Afrika-Reise aufgebrochen. Er wurde an diesem Donnerstag in Senegal erwartet. Von der senegalesischen Hauptstadt Dakar aus will Obama, der von seiner Ehefrau Michelle begleitet wird, nach Südafrika weiterreisen und dort das Wochenende verbringen. Die letzte Etappe ist Tansania. Alle drei Länder seien „strategische Partner“ und gefestigte Demokratien, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Um Kenia, woher sein Vater stammt, macht Obama schon deshalb einen Bogen, weil dort im März mit Uhuru Kenyatta ein Präsident gewählt wurde, den der Internationale Strafgerichtshof in Zusammenhang mit den blutigen Unruhen im Zuge der Wahlen von 2007 der Verbrechen gegen die Menschlichkeit verdächtigt. Ein Treffen mit Nelson Mandela wird es nicht geben, denn der erste schwarze Präsident Südafrikas ringt mit dem Tod.

          „Wir sehen Afrika als eine der wichtigsten aufstrebenden Regionen der Welt an“, sagte Ben Rhodes, ein Berater Obamas aus dem Nationalen Sicherheitsrat. „Und als einen Ort, wo die Vereinigten Staaten ihr Engagement in den nächsten Jahren entscheidend verstärken sollten.“ Worum es Obama bei seiner Afrikareise gehen dürfte, ist schon aus der Zusammensetzung seiner Delegation ersichtlich. 500 Geschäftsleute begleiten den Präsidenten. Bislang stand Afrika nicht sehr weit oben auf der Agenda des amerikanischen Präsidenten, obwohl sich der Kontinent nach Obamas Wahl zum ersten schwarzen Präsidenten Amerikas große Hoffnungen auf ein engeres Verhältnis zu den Vereinigten Staaten gemacht hatte. Obamas Vorgänger George W. Bush und Bill Clinton hatten mehr Interesse gezeigt, beide hatten große Reisen nach Afrika unternommen. Bush ist heute noch aktiv in diversen Gesundheitsvorsorgeprogrammen involviert.

          Eine der teuersten Reisen überhaupt

          Wenn sich Obama in seiner zweiten Amtszeit eine ganze Woche Zeit nimmt in Afrika, hat das auch mit der inzwischen allgegenwärtigen Präsenz der Chinesen zu tun. Das Handelsvolumen zwischen China und den afrikanischen Ländern ist von zehn Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf 166 Milliarden Dollar im Jahr 2011 hochgeschnellt. Auch aufstrebende Mittelmächte wie die Türkei und Brasilien investieren immer stärker in Afrika. Es geht dabei längst nicht mehr alleine um Rohstoffe wie Öl, Kupfer oder Eisenerz. Es geht inzwischen auch um Konsum- und Technologiegüter, weil der Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre eine neue, kaufkräftige Mittelklasse hat entstehen lassen. Auch in diesem Markt spielen chinesische Unternehmer längst eine führende Rolle.

          Die Reise Obamas könnte zu einer der teuersten werden, die ein amerikanischer Präsident je unternommen hat. Zwischen 60 und 100 Millionen Dollar werde sie kosten, schätzte die „Washington Post“ unter Berufung auf Angaben aus den Sicherheitsbehörden. Zum Schutz des Präsidenten seien Hunderte Mitarbeiter des Secret Service verteilt auf die drei Stationen der Reise im Einsatz, ferner eine Flotte gepanzerter Fahrzeuge, Hubschrauber und sogar Kampfflugzeuge. Vor der Küste Südafrikas liegt seit Montag ein Flugzeugträger vor Anker. Ähnliche Vorkehrungen wurden für Senegal und Tansania getroffen. In der südafrikanischen Hauptstadt Johannesburg bekamen die Menschen schon am Dienstag einen Vorgeschmack auf das, was sie am kommenden Wochenende erwartet, als plötzlich fünf amerikanische Militärhubschrauber am Himmel auftauchten.

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