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Houthi-Konflikt : Senegal beteiligt sich am Krieg im Jemen

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Sunnitische Kämpfer im Jemen (hier in der Stadt Taiz) fürchten sich vor einer Einkreisung durch die von Iran unterstützten Houthi-Rebellen. Bild: Reuters

Überraschend hat Senegals Außenminister angekündigt, das afrikanische Land werde sich der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen anschließen. Es gehe um den „Schutz der Heiligen Städte“ des Islams. Die Opposition protestiert.

          Senegal will sich mit 2100 Soldaten an der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition gegen die schiitischen Houthi-Rebellen im Jemen beteiligen. Das sagte der senegalesische Außenminister Mankeur Ndiaye am Montagabend vor dem Parlament in Dakar. Mit der Entsendung von Truppen entspreche Senegal einer Bitte des saudischen Königs Salman an den senegalesischen Ministerpräsidenten Macky Sall, hieß es weiter.

          Zweck der Operation sei es, eine „Verbreitung des islamistischen Terrors“ zu unterbinden sowie den „Schutz der Heiligen Städte Mekka und Medina“ zu gewährleisten, sagte Ndiaye. Zusätzliche Erklärungen für diesen ungewöhnlichen Einsatz wurden nicht gegeben. An der Militärkoalition sind bislang neun Staaten beteiligt. Neben Saudi-Arabien sind das Bahrein, Kuweit, Qatar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko, Ägypten, Jordanien und Sudan.

          Senegal hat in der Vergangenheit viel Geld für Infrastrukturprojekte aus Saudi-Arabien erhalten. Das Land ist sunnitisch geprägt und die Muslimbruderschaften spielen eine wichtige politische Rolle; zugleich ist die senegalesische Gesellschaft tolerant, legt Wert auf die Achtung der Rechte von Frauen, demokratische Wahlen und eine unabhängige, kritische Presse.

          Die Opposition im senegalesischen Parlament kündigte am Dienstag Widerstand gegen die Entsendung von 2100 Fallschirmjägern und Panzergrenadieren an. „Saudi-Arabien wird nicht bedroht und ebenso wenig die Heiligen Stätten des Islams. Es gibt keinen Grund für eine militärische Intervention Senegals“, sagte der Oppositionspolitiker Modou Diagne.

          In senegalesischen Medien wurde am Dienstag spekuliert, die Entsendung von Soldaten sei unter anderem den gespannten Beziehungen Senegals zu Iran geschuldet, das die Houthi-Rebellen in Jemen unterstützt. Senegal beschuldigt Iran, die Rebellen in der Casamance im Süden Senegals mit Waffen beliefert zu haben. Im Oktober 2010 waren im nigerianischen Hafen Lagos 13 Container mit Sturmgewehren, Mörsern, Panzerfäusten und entsprechender Munition aus Iran beschlagnahmt worden, die angeblich für Gambia bestimmt waren. Offenbar aber war der tatsächliche Empfänger der Lieferung die Rebellengruppe „Mouvement des forces démocratiques de la Casamance“ (MFDC). Zu diesem Schluss jedenfalls war damals eine Untersuchungskommission unter Leitung des senegalesischen Generalstabs gekommen.

          Andere Quellen hingegen sprachen von „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqim) als eigentlichem Abnehmer der Lieferung. Als Folge hatte Senegal seine diplomatischen Beziehungen zu Iran im Februar 2011 abgebrochen, diese aber zwei Jahre später wiederaufgenommen. Einer der Gründe für die Wiederaufnahme soll die Drohung Irans gewesen sein, das Autowerk von Thiès in Senegal zu schließen. Dort produziert der iranische Hersteller Iran Khodro Industrial Group ein Fahrzeug, das auf der Vorlage eines französischen Peugeot basiert. Die Fabrik in Thiès hat eine Kapazität von 10.000 Fahrzeugen jährlich.

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