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Pontifex beendet Afrika-Besuch : Papst betet in Moschee in Bangui

  • -Aktualisiert am

Im Stadion von Bangui hielt Papst Franziskus die letzte Messe auf seiner Afrikareise. Bild: AP

Tausende Menschen nahmen an der Abschlussmesse des Papstes in Afrika teil. Franziskus rief sowohl Christen als auch Muslime auf, dem „Lockruf des Satans“ zu widerstehen.

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          Papst Franziskus hat Christen und Muslime abermals dazu aufgerufen, sich vereint jeder Gewalt im Namen Gottes zu widersetzen. Vor einer Abschlussmesse in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Montag in der Koudoukou-Moschee von Bangui: „Wir Christen und Muslime sind Geschwister.“ Wer an Gott glaube, müsse ein Mensch des Friedens sein, sagte der Papst in der Moschee im gefährlichen Stadtviertel PK5, das immer wieder von Gewalt zwischen Christen und Muslimen erschüttert wird. Darum rufe er alle auf, gemeinsam „Nein“ zu Hass, Rache und Gewalt zu sagen. Für den Papst war es der zweite Moscheebesuch seines Pontifikats nach der Visite in der Blauen Moschee in Istanbul.

          In der Zentralafrikanischen Republik, wo seit Anfang 2013 immer wieder Gewalt zwischen Christen und Muslimen aufflammt, wurden massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Der Imam der Moschee sagte zum Papst: „Ihr Besuch ist ein Symbol, das wir sehr gut verstehen“. Imam Tidiani Moussa Naibi sagte weiter: „Unsere Beziehungen zu den christlichen Brüdern und Schwestern sind so gut, dass es kein Manöver gegen sie geben wird, das Aussicht auf Erfolg hätte“. Unruhestifter könnten nur vereinzelt Unfrieden säen, so der Imam.

          Am Sonntag waren in einem muslimisch geprägten Viertel von Bangui zur Zeit der Ankunft des Papstes zwei Christen ermordet worden. Dabei habe es sich aber um einen kriminellen Mord gehandelt, hieß es. Im Mai 2014 waren unweit der Moschee vor der Fatima-Kirche 17 Christen von Muslimen getötet worden. Fünfzig Prozent der knapp fünf Millionen Zentralafrikaner sind Christen. Angehörige der muslimischen Minderheit machen etwa zehn Prozent aus.

          In seiner Abschlussmesse im Stadion von Bangui rief der Papst die Katholiken der Zentralafrikanischen Republik dazu auf, „eine neue Etappe in der christlichen Geschichte“ ihres Landes zu beginnen. Sie sollten dem „Lockruf des Satans“ zu Gewalt, Zerstörungswut und Rache widerstehen. Unter dem Beifall der vielen Zehntausend Menschen forderte Franziskus dazu auf, Egoismus, Nabelschau und Misstrauen aufzugeben: „Seid alle Handwerker einer menschlichen und geistlichen Erneuerung eures Landes“, rief der Papst.

          Wegen der angespannten Sicherheitslage war der Bangui-Besuch von Franziskus bis zum Schluss unsicher gewesen. Am frühen Montagnachmittag aber konnte er seinen Besuch ohne größeren Zwischenfall abschließen. Damit endete die sechstägige päpstliche Pastoralvisite, die ihn zuvor nach Kenia und Uganda geführt hatte.

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