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Muhammadu Buhari : Der Diktator, der die Demokratie retten soll

  • -Aktualisiert am

Hoffnungsträger? Der Wahlsieger Muhammadu Buhari in Abuja Bild: AFP

Die Wahlen in Nigeria haben einen demokratischer Machtwechsel gebracht. Neuer Präsident ist Muhammadu Buhari. Er regierte das bevölkerungsreichste Land Afrikas schon einmal - als Diktator und mit einer fatalen Wirtschaftspolitik.

          Für den 73 Jahre alten, ehemaligen General Muhammadu Buhari war es bereits  die vierte Kandidatur für das Präsidentenamt Nigerias. Dass er dieses Mal erfolgreich war, lag indes nicht an seiner Person, die in Nigeria auch weiterhin keine großen Sympathien genießt. Den Wählern war es vor allem um die Abwahl der „People’s Democratic Party“ (PDP) von Präsident Goodluck Jonathan gegangen, die Nigeria seit der Wiedereinführung des Mehrparteiensystems 1998 regiert und zum Synonym für Korruption und Unfähigkeit geworden ist. Einzig und allein daran lag es, dass sich das Oppositionsbündnis „All Progressives Congress“ (APC), das Buhari auf den Schild gehoben hatte, von einem Parteienverbund zu einer regelrechten Volksbewegung entwickelt hatte.

          Buhari taugt als Galionsfigur der Demokratie aber nicht. Der ehemalige General hatte sich 1983 an die Macht geputscht; in den folgenden zwei Jahren agierte er erfolglos und vor allem konzeptlos, so dass er 1985 in einer Palastrevolte gestürzt wurde.

          In Erinnerung geblieben sind seine Anweisungen, dass sich alle Nigerianer in Reihen anzustellen haben, ob sie auf Treibstoff warten oder auf Brot, sowie die Heerscharen von Polizisten, die mit Stock und Peitsche für die Einhaltung der neuen disziplinarischen Methoden sorgen sollten.

          Bis heute präsentiert sich Buhari als aufrechter Kämpfer gegen die Korruption. Denn er hatte unmittelbar nach seiner Machtergreifung 300 Persönlichkeiten ins Gefängnis stecken lassen. Dass er den Sittenverfall in der nigerianischen Gesellschaft mit dem Erstarken der Frauenrechte erklärte, zeigte schon damals, wes Geistes Kind er ist.

          Verheerend war seine Wirtschaftspolitik. Buhari wollte die Staatsverschuldung durch eine starke Begrenzung der Importe begrenzen. Dafür ließ er zeitweise sogar die Grenzen zu den Nachbarstaaten schließen. Das Ergebnis waren in Nigeria Massenarbeitslosigkeit und Armut in den angrenzenden Ländern, die zuvor vom Handel mit Nigeria gelebt hatten. Im Osten Nigers, der traditionell von Geschäften mit Nigeria lebt, wurde eine Hungersnot nach dem Militärmachthaber benannt: „El Buhari“.

          Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds schlugen eine Abwertung der Nationalwährung Naira um 60 Prozent vor, um die Inflation und die Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten in den Griff zu bekommen. Buhari lehnte ab. Am 27. August 1985 stürzte General Ibrahim Babangida den renitenten Diktator und nahm Verhandlungen mit den Bretton-Woods-Institutionen auf.

          Vor anderthalb Jahren ließ sich Buhari mit dem Spruch vernehmen: „Wer Boko Haram den Krieg erklärt, erklärt dem Islam den Krieg.“ Heute will er davon nichts mehr wissen. Vermutlich war die Aussage nur ein unglücklicher Versuch, Stimmung gegen Präsident Jonathan zu machen. Als religiöser Fundamentalist ist Buhari aus dem Stamm der Fulani im muslimischen Norden nie aufgefallen. Buhari ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von vier Mädchen und einem Jungen. Alle Töchter haben studiert.

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