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Nigeria : Mindestens 35 Menschen sterben bei Anschlag auf Flüchtlingslager

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

In einem nigerianischen Flüchtlingslager haben sie Schutz vor den Terroristen von Boko Haram gesucht. Vergebens. Mitten im Lager töteten zwei Selbstmordattentäter viele Menschen.

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          Im Norden Nigerias sind bei zwei Selbstmordanschlägen auf ein Flüchtlingslager offiziellen Angaben zufolge mindestens 35 Menschen getötet worden. Ein Vertreter des Militärs teilte am Mittwoch mit, die Bombenattentate in der Nähe von Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaates Borno, seien bereits am Dienstag verübt worden.

          Weil die Telefonverbindung unterbrochen gewesen sei, habe man erst einen Tag später von dem Vorfall erfahren. In dem rund 85 Kilometer von Maiduguri entfernten Lager haben den Angaben zufolge zahlreiche Menschen Zuflucht vor der Gewalt der radikal-islamischen Boko Haram gefunden. Ob diese Gruppe hinter den beiden Bombenanschlägen steckt, war zunächst nicht klar.

          Die Opferzahlen sind noch nicht eindeutig geklärt. Angeblich hätten nigerianische Offizielle eine Zahl von 60 Toten genannt, manche Agenturen berichten aber nur von 35 Opfern.

          Derzeit besucht Bundespräsident Joachim Gauck Nigeria. In der nigerianischen Hauptstadt Abuja hat Gauck zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und gegen die Ursachen globaler Flüchtlingsbewegungen aufgerufen. Menschen in Afrika wie in Europa würden von menschenverachtendem Terror erschüttert, sagte Gauck am Mittwoch. In Nigeria seien mehr als zwei Millionen Menschen geflohen, um den „mörderischen Anschlägen“ der islamistischen Terrormiliz Boko Haram zu entkommen. 

          Beim Besuch eines Lagers für diese Binnenflüchtlinge würdigte Gauck den Einsatz privater Helfer und rief zu Spenden auf. Er selbst übergab einen Geldbetrag und Fußbälle für die vielen hundert Kinder im Lager.

          In Borno tobt seit sieben Jahren ein Aufstand der Boko Haram. Die Extremisten-Organisation kämpft für einen streng islamischen Staat nach den Grundsätzen der Scharia. Immer wieder greift sie Ortschaften an und verübt Anschläge, häufig zwingt sie Gefangene zu Selbstmordattentaten. Boko Haram hat Tausende Menschen getötet und Hunderte verschleppt, vor allem Frauen und Mädchen. Millionen Menschen sind vor der Gewalt auf der Flucht. Nigeria ist der größte Erdölexporteur Afrikas und mit 170 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land des Kontinents.

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