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Nigeria : Dutzende Tote bei Anschlag in Abuja

  • Aktualisiert am

Den Einsatzkräften bot sich nach dem Anschlag ein Bild der Verwüstung mit vielen Toten und Verletzten Bild: AP

In einem Busbahnhof in der nigerianischen Hauptstadt Abuja sind mehrere Sprengsätze detoniert. Behörden berichten von Dutzenden Toten.

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          Bei einem Bombenanschlag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja sind am Montag Dutzende Menschen getötet worden. Das bestätigte der Sprecher der Nationalen Krisenmanagementbehörde (Nema), Manzo Ezekiel. Nach seinen Angaben detonierten zwei Sprengsätze kurz nacheinander. Die Zeitung „Premium Times Nigeria“ berichtet von Befürchtungen, es habe mindestens 200 Tote gegeben. Die Explosionen ereigneten sich auf einem belebten Busbahnhof in dem Viertel Nyanyan. Die naheliegende Hauptstraße führt ins Handelszentrum der Metropole.

          Wer für die Tat verantwortlich ist, ist bislang unklar. Zeugen zufolge könnte ein Selbstmordattentäter die Bombe gezündet haben. Zahlreiche Ärzte seien im Einsatz, während Soldaten, Polizei und Feuerwehr das Gebiet weiträumig abgeriegelt hätten, sagte ein Augenzeuge. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie dichter Rauch aus dem Busbahnhof drang. Dem Nema-Sprecher zufolge war der Busbahnhof zur Zeit der Explosionen voller Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit waren.

          Nach dem Anschlag in Abuja
          Nach dem Anschlag in Abuja : Bild: AP

          In dem westafrikanischen Land verübt die radikalislamische Sekte Boko Haram seit Jahren schwere Anschläge. Die Gruppe kämpft mit Gewalt für einen islamistischen Gottesstaat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias.

          Boko Haram greift Dorf im Nordosten an

          So waren bei einem Angriff mutmaßlicher Islamisten auf Dorfbewohner im Nordosten Nigerias am Sonntag mindestens 60 Menschen getötet worden. Ein Vertreter der örtlichen Behörden sagte, bei den Angreifern handle es sich „ohne Zweifel“ um der Boko Haram. Sie hätten in den Morgenstunden die Ortschaft Amchaka und benachbarte Dörfer attackiert.

          Die Angreifer seien mit Geländewagen, Motorrädern und zwei gepanzerten Fahrzeugen in die Dörfer im Bundesstaat Borno nahe der Grenze zu Kamerun gestürmt, sagte ein Behördenvertreter. Sie hätten Sprengsätze in Häuser geschleudert und diese damit in Brand gesetzt. Dann hätten sie wahllos auf fliehende Dorfbewohner geschossen. 60 Menschen seien getötet und mehrere verletzt worden.

          Die Angreifer zerstörten demnach auch Brunnen, die für die Bewohner die einzigen Trinkwasserquellen gewesen seien. Die Boko Haram verübt regelmäßig Anschläge auf Christen sowie auf Armee, Polizei und  Behörden. Die nigerianischen Streitkräfte haben eine Offensive gegen die Rebellen gestartet, konnten deren Attacken aber bislang nicht eindämmen. Der Gewalt sind alleine in diesem Jahr nach Schätzungen 1500 Menschen zum Opfer gefallen.

          Wie der örtliche Behördenvertreter sagte, waren in den beiden  vorangegangenen Tagen bei drei mutmaßlichen Boko-Haram-Attacken in Borno bereits 19 Menschen getötet worden, unter ihnen sechs Professoren. Aus Furcht vor weiteren Angriffen hatten demnach am  Samstag etwa 400 Studenten Eignungstests an der Universität boykottiert.

          Im Jahr 2011 hatte sich in Abuja ein Selbstmordattentäter der Gruppe mit einem Auto vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in die Luft gesprengt und mindestens 26 Menschen mit in den Tod gerissen.

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