https://www.faz.net/-gq5-7pjqq

Nigeria : Dutzende Tote bei Doppelanschlag

  • Aktualisiert am

Eine schwarze Rauchwolke steigt über dem Tatort in Jos auf Bild: AP

Im Zentrum Nigerias sind auf einem belebten Marktplatz zwei Autobomben explodiert. Dutzende Menschen sind dabei nach Angaben der Behörden getötet worden.

          Bei der Explosion von zwei Bomben auf einem belebten Markt in der zentralnigerianischen Stadt Jos sind zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur dpa von Dutzenden Toten, die von den Rettungsdiensten abtransportiert worden seien.

          „Viele Menschen rennen mit Blut an ihren Kleidern vom Tatort weg“, sagte der Augenzeuge Simon Ephraim am Dienstag. Rund um den zentralen Markt wurden den Angaben zufolge ein Krankenhaus und andere Gebäude beschädigt. Mächtige Rauchwolken lagen über dem Ort des Geschehens.

          Der zuständige Militärsprecher, Generalmajor Dave Enetie, bestätigte der dpa zwar den Anschlag, wollte aber zunächst keine Angaben über die Zahl der Toten und Verletzten machen. Eine Bombe habe sich in einem Lastwagen befunden, ein anderer Sprengsatz in einem Minibus, berichtete ein Offizier der Spezialeinsatzkräfte.

          200 Schulmädchen weiter verschwunden

          Die islamistische Organisation Boko Haram ist seit 2009 verantwortlich für den Tod Tausender Menschen in Nigeria. Allein seit Jahresbeginn gab es nach nigerianischen Angaben insgesamt schon über 2000 Opfer. Erst am gestrigen Montag sind bei einem Selbstmordanschlag im Norden des Landes mehrere Menschen getötet worden. Die Streitkräfte des Landes hatten im Mai 2013 eine Offensive gegen die Gruppe begonnen, jedoch ohne großen Erfolg. Die Terrorgruppe mit Kontakten zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern will im muslimischen Norden Nigerias einen fundamentalistisch-islamischen Staat errichten.

          Mitte April hatte Boko Haram mehr als 200 Schulmädchen im Norden Nigerias entführt. Die Islamisten drohen, die Mädchen zu verkaufen, wenn die Regierung in Abuja gefangene Boko Haram-Mitglieder und deren Angehörige nicht freilässt. Bisher fehlt trotz der Unterstützung von amerikanischen und europäischen Experten und dem Einsatz von Aufklärungsflugzeugen noch jede Spur von den Mädchen.

          Immer mehr Menschen auf der Flucht

          Frankreich und Nigeria sowie vier andere afrikanische Länder hatten am vergangenen Samstag bei einem Anti-Terrorgipfel einen Aktionsplan gegen die Terrororganisation beschlossen. Man werde den Informationsaustausch der Geheimdienste verstärken, die Aktionen afrikanischer Militärs koordinieren und die Grenzen in Afrika kontrollieren, sagte der französische Präsident François Hollande. Eine Militäraktion des Westens gegen Boko Haram schloss Hollande allerdings aus.

          Der Terror der Extremisten treibt im Norden Nigerias immer mehr Menschen in die Flucht: Rund ein Jahr nach der Verhängung des Ausnahmezustands in den besonders schlimm betroffenen Bundesstaaten Yobe, Borno und Adamawa wurden dort nach UN-Angaben 250.000 Menschen vertrieben. Rund 61.000 weitere hätten in Kamerun, Tschad und Niger Zuflucht gesucht.

          Weitere Themen

          Simon Vaut soll Partei getäuscht haben

          Eklat um SPD-Europakandidaten : Simon Vaut soll Partei getäuscht haben

          Mit einer falschen Adresse und einer erfundenen Beziehung soll Vaut einen Bezug zu Brandenburg vorgetäuscht und sich so die Kandidatur für das Bundesland erschlichen haben. Ministerpräsident Woidke zeigt sich enttäuscht.

          Demokraten hadern mit Mueller-Bericht Video-Seite öffnen

          Russland-Affäre : Demokraten hadern mit Mueller-Bericht

          Zwei Jahre lang hofften die Demokraten auf den Mueller-Bericht – nun sind sie enttäuscht, dass der Sonderermittler offenbar nur sehr wenig Belastendes über Donald Trump zusammengetragen hat.

          Topmeldungen

          Ringen um den Brexit : Die Selbstermächtigung des Unterhauses

          Am Mittwoch wollen Mitglieder des britischen Unterhauses ausloten, welcher Brexit eine Mehrheit in ihren Reihen finden könnte. Die Premierministerin steht unter großem Druck – könnte am Ende aber profitieren.
          Hat Simon Vaut im Rennen um die Kandidatur falsche Angaben gemacht?

          Eklat um SPD-Europakandidaten : Simon Vaut soll Partei getäuscht haben

          Mit einer falschen Adresse und einer erfundenen Beziehung soll Vaut einen Bezug zu Brandenburg vorgetäuscht und sich so die Kandidatur für das Bundesland erschlichen haben. Ministerpräsident Woidke zeigt sich enttäuscht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.