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Nigeria : Armee riegelt Hochburg von Boko Haram ab

  • -Aktualisiert am

Straßensperre in Maiduguri Bild: AFP

Die nigerianische Armee hat die Islamistenhochburg Maiduguri weitgehend abgeriegelt und eine Ausgangssperre verhängt. Im Kampf gegen Boko Haram setzte Abuja Kampfflugzeuge ein.

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          Bei ihrer großangelegten Offensive gegen die radikale islamistische Sekte Boko Haram im Norden des Landes hat die nigerianische Armee am Sonntag weite Teile der Stadt Maiduguri komplett abgeriegelt. In zwölf Stadtteilen der Millionenstadt wurde ein 24 Stunden gültige Ausgangssperre verhängt. In den betroffenen Vierteln finden angeblich systematische Hausdurchsuchungen statt. Die wenigen Informationen, die überhaupt noch aus Maiduguri hinausgelangen, kommen von Bewohnern mit einem Internetanschluss. Das Mobilfunknetz in der Region ist seit Beginn der Offensive Ende vergangener Woche abgestellt.

          An den Zufahrtstraßen zu der Stadt stauen sich angeblich Hunderte von Lastwagen mit Lebensmitteln. Maiduguri ist die Hauptstadt des Bundesstaates Borno und gilt als wichtigster Stützpunkt der Sekte. Der im Juli 2009 getötete Gründer von Boko Haram, Ustaz Mohammed Yusuf, stammte aus Maiduguri. Damals waren mehr als 700 Menschen ums Leben gekommen, als die Sekte in der Stadt Amok gelaufen war. Yusuf war lebend gefasst worden und in Polizeigewahrsam zu Tode geprügelt worden.

          Die nigerianische Armee hatte am Mittwoch vergangener Woche mit den Angriffen auf Stützpunkte der Sekte in den drei Bundesstaaten Borno, Yowe und Adamawa begonnen, nachdem die Regierung dort zuvor den Ausnahmezustand verhängt hatte. Dem vorangegangen waren Überfälle der Sekte auf die beiden Ortschaften Baga und Bama im Bundesstaat Borno, bei denen 242 Menschen getötet worden waren. Präsident Goodluck Jonathan hatte diese Überfälle als „Kriegserklärung“ bezeichnet. Seit 2009 sind mehr als 3500 Menschen dem Terror der Sekte, die nach eigenen Angaben ein Kalifat im Norden Nigerias errichten will, und den Vergeltungsaktionen der Armee um Opfer gefallen.

          Bild: F.A.Z.

          Kämpfe im Grenzgebiet zu Kamerun

          Über das Wochenende hatten sich die Kämpfe zwischen Armee und der Sekte vor allem auf einen dünn besiedelten Streifen entlang der Grenze mit Kamerun konzentriert, wo Boko Haram angeblich mehrere Stützpunkte unterhält. Die Grenzstadt Gomboru Ngala füllte sich daraufhin mit Flüchtlingen, von denen viele nach Kamerun weiterzogen. Bei den Angriffen waren auch Kampfflugzeuge und Hubschrauber eingesetzt worden. Dabei soll ein Hubschrauber von den Islamisten mit einer Rakete beschossen und getroffen worden sein. Das bestätigte die Armee. Die Angriffe auf die Gegend von Gomboru Ngala waren die ersten Luftschläge der nigerianischen Armee im eigenen Land seit dem Biafra-Krieg Ende der sechziger Jahre.

          Über die Zahl der Toten und Verletzten liegen bislang keine verlässlichen Informationen vor. Der Sprecher der nigerianischen Armee, General Chris Olukolade, nannte am Montag die Zahl von 14 getöteten Islamisten, wobei nicht klar war, ob damit nur die in Maiduguri Getöteten gemeint waren. Die eigenen Verluste bezifferte der General mit drei toten und einem vermissten Soldaten. Nach Einschätzung des nigerianischen Generalstabes sei Boko Haram inzwischen „zerschlagen“. Doch allen diesen Angaben ist Skepsis entgegen zu bringen, da die nigerianische Armee ein bestenfalls taktisches Verhältnis zur Wahrheit hat.

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