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Nelson Mandela ist tot : Ikone der Freiheit

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Obwohl dies von offizieller Seite stets bestritten wurde, hatte sich Mandelas körperliche Verfassung seither drastisch verschlechtert. Nach einer abermaligen Lungenentzündung im März dieses Jahres hatten seine Ärzte der Familie geraten, ihn nicht mehr nach Qunu in der Provinz Eastern Cape zu bringen, wo Mandela seinen Alterssitz hat, sondern in der Nähe der Krankenhäuser von Johannesburg und Pretoria zu bleiben. Der letzte öffentliche Auftritt Mandelas liegt drei Jahre zurück, damals war er bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika noch einmal in Erscheinung getreten.

Dreimal verheiratet

Nelson Mandela wurde am 18. Juli 1918 im Dorf Mvezo in der Nähe von Umtata, der Hauptstadt der Transkei, geboren. Sein Vater Henry Gadla war 1918 ein vermögender Mann, der fünf Frauen und 13 Kinder zu versorgen hatte. Mandela war der jüngste der vier Söhne und der erste Sohn der dritten Frau. Ihm wurde bei der Geburt der Name Rolihlala gegeben, was man höflich mit „einen Ast vom Baum brechen“ übersetzen kann. Weniger höflich formuliert bedeutet Rolihlala: „Einer, der Ärger macht“. Der britische Vorname Nelson wurde ihm erst von einer Lehrerin in der Grundschule von Qunu gegeben.

Mandela sah sich selbst als Spross der Thembu-Häuptlinge, die Mitglieder des so genannten „Hauses Linker Hand“ von König Ngubencuka, der um 1830 in der Transkei einer vereinigten Thembu-Gemeinschaft vorstand. Die Thembu des „Hauses Linker Hand“ waren traditionell Berater der Xhosa-Könige. Mandela selbst regte an, seinen Vater deshalb als eine Art Premierminister zu betrachten. In Wahrheit war Henry Gadla Ortsvorsteher von Mvezo, ein Posten, den er der weißen Verwaltung von Transkei zu verdanken hatte. Der Rufname „Madiba“, wie Mandela in den letzten Jahren genannt wurde, hat einen stammesgeschichtlichen Hintergrund. Mandelas Vater gehörte innerhalb der Thembu zum Madiba-Clan, der nach einem Thembu-Häuptling im 18. Jahrhundert benannt ist.

Nelson Mandela war dreimal verheiratet. Aus zwei dieser Ehen stammen sechs Kinder. Seine erste Ehe mit Evelyn Ntoko Mase wurde 1957 nach 13 Jahren geschieden. Evelyn Ntoko Mase starb 2004. Das Paar hatte vier Kinder, von denen nur noch eine Tochter, Makaziwe, am Leben ist. Eine andere Tochter, die ebenfalls Makaziwe hieß, starb im Säuglingsalter. Nelson Mandelas erster Sohn Madiba Thembekili kam 1969 bei einem Autounfall ums Leben, wobei sich bis heute Gerüchte halten, der südafrikanische Inlandsgeheimdienst sei an seinem Ableben nicht ganz unschuldig. Der zweite Sohn Makgatho starb 2005 an den Folgen der Immunschwächekrankheit Aids.

Nach 38 Jahren Ehe trennte sich Mandela aufgrund politischer Belastungen 1992 von seiner zweiten Frau Winnie Madikizela. Die Ehe wurde 1996 offiziell geschieden. Mit ihr hatte er zwei Töchter, Zindzi und Zeni. An seinem 80. Geburtstag, am 18. Juli 1998, heiratete Mandela die Witwe Samora Machels, Graça. Der ehemalige moçambiquanische Präsidente und ANC-Unterstützer war 15 Jahre zuvor bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen, dessen Umstände bis heute nicht geklärt sind.

Nelson Mandela - Wichtige Stationen seines Lebens

Nelson Mandela, Friedensnobelpreisträger und weltweit gefeierte Ikone der Versöhnung und Vergebung, war der erste schwarze Präsident Südafrikas. Wichtige Stationen seines Lebens:

18. Juli 1918: Rolihlahla Mandela wird als Sohn eines Tembu-Häuptlings in Mvezo, einem Dorf in der Provinz Ostkap in Südafrika geboren. Seine Kindheit verbringt er im 30 Kilometer entfernten Qunu, wo er zuletzt wohnte. Die Tembu gehören zum Volk der Xhosa. Den Vornamen Nelson bekommt der Junge erst in der Schule.

1939-1940: Mandela studiert Jura und flüchtet vor einer arrangierten Ehe nach Johannesburg.

1944: Mandela tritt dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC) bei und gründet dessen Jugendliga. Er heiratet seine erste Frau, die Krankenschwester Evelyn Mase. Die Ehe zerbricht nach wenigen Jahren.

1948: Die Nationalpartei kommt an die Macht. Sie führt das System der Apartheid ein, die strikte Rassentrennung und Diskriminierung der schwarzen und farbigen Mehrheit.

1952: Mandela und Oliver Tambo (ebenfalls ANC) eröffnen das erste schwarze Anwaltsbüro in Südafrika. Mandela leitet gewaltlose Kampagnen gegen das Apartheid-Regime und wird erstmals unter dem Vorwurf des Kommunismus verhaftet.

1958: Mandela heiratet die Bürgerrechtlerin Winnie Nomzamo Madikizela.

21. März 1960: „Sharpeville-Massaker“: Bei friedlichen Protesten erschießt die Polizei 69 Menschen. Die Regierung erklärt den Ausnahmezustand und verbietet den ANC.

1961: Mandela und 150 Mitangeklagte werden vom Vorwurf des Landesverrats freigesprochen. Der ANC erklärt den gewaltlosen Widerstand für nicht ausreichend. Mandela wird Oberbefehlshaber des neu gegründeten militärischen Flügels des ANC. Er flieht ins Ausland, wo er eine Guerilla-Ausbildung erhält.

1962: Bei seiner Rückkehr wird Mandela verhaftet und für zunächst fünf Jahre auf die Gefängnisinsel Robben Island gebracht.

1964: Mandela wird im „Rivonia-Prozess“ wegen Sabotage und Unruhestiftung für schuldig befunden und mit weiteren sieben ANC-Mitgliedern zu lebenslanger Haft verurteilt.

1982: Umsiedlung in das Pollsmoor-Gefängnis in Kapstadt.

1986: Mandela beginnt Geheim-Gespräche mit der Regierung.

1988: Umsiedlung in das Victor-Verster-Gefängnis nahe Kapstadt. Mandela erhält ein eigenes Haus samt Koch und Pool auf dem Gelände.

1989: Mandela trifft erstmals Präsident Frederik Willem de Klerk. Einige seiner Mitstreiter kommen frei.

11. Februar 1990: Mandela wird freigelassen. Zuvor hatte de Klerk das Verbot des ANC aufgehoben. Verhandlungen für ein demokratisches Südafrika beginnen.

1991: Mandela wird ANC-Parteichef. Die letzten Apartheidgesetze werden außer Kraft gesetzt.

1993: Mandela erhält gemeinsam mit De Klerk den Friedensnobelpreis.

1994: Nach den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika wird Mandela Präsident.

1996: Die Ehe mit Winnie Madikizela-Mandela wird geschieden.

1998: An seinem 80. Geburtstag heiratet Mandela Graça Machel, die Witwe des mosambikanischen Präsidenten Samora Machel.

1999: Mandela gibt das Präsidentenamt an Thabo Mbeki ab.

2003: Ein Konzert in Kapstadt mit Pop-Größen aus aller Welt ruft zum Kampf gegen Aids auf. Es steht unter dem Motto „46664“, Mandelas Häftlingsnummer. Mandela zieht sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück.

2005: Mandelas Sohn Makgatho stirbt an Aids.

27. Juni 2008: Kurz vor seinem 90. Geburtstag kommt Mandela zu einem „46664“-Konzert zu seinen Ehren nach London, an dem 50.000 Menschen teilnehmen.

11. Juni 2010: Mandela sagt seine Teilnahme an der Fußball-WM-Eröffnungsfeier in Südafrika nach dem Unfalltod einer Enkelin ab. Zum Endspiel kommt er jedoch ins Stadion.

8. Juni 2013: Mandela wird zum wiederholten Mal wegen einer Lungeninfektion in ein Krankenhaus in Pretoria eingeliefert und künstlich beatmet.

1. September 2013: Mandela wird aus dem Krankenhaus entlassen und seither in seinem Haus in Johannesburg weiter intensiv medizinisch betreut.

5. Dezember 2013: Mandela stirbt im Alter von 95 Jahren.

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