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Nach heftigen Gefechten : Waffenstillstand in Südsudan

  • -Aktualisiert am

Zuflucht vor Gewalt: Flüchtlinge in einer katholischen Kirche in der südsudanesischen Stadt Malakal Bild: AFP

Die Regierung und die Rebellen in Südsudan haben einen Waffenstillstand unterzeichnet. Das Abkommen sieht vor, die Gefechte innerhalb von 24 Stunden einzustellen.

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          Die südsudanesische Regierung und die Rebellen des ehemaligen stellvertretenden Präsidenten Riek Machar haben am Donnerstagabend einen Waffenstillstand unterzeichnet. Das Abkommen sieht vor, dass die seit mehr als einem Monat andauernden Gefechte innerhalb von 24 Stunden einzustellen sind, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Es wurde in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba unterschrieben, in der die Konfliktparteien seit Anfang Januar verhandeln.

          Bislang war ein Waffenstillstandsabkommen an der Forderung der Rebellen gescheitert, elf in der südsudanesischen Hauptstadt Juba inhaftierte Persönlichkeiten, die Machar nahestehen sollen, freizulassen. Die Regierung soll nach Agenturangaben nun einer Freilassung der Inhaftierten zugestimmt haben. Zuvor hatte der Sprecher der Rebellen, Mabior Garang, noch dem Nachrichtendienst Bloomberg gesagt, die Forderung nach einer Freilassung der Inhaftierten sei nicht mehr Gegenstand des Abkommens. „Wir hoffen auf den Druck der internationalen Gemeinschaft, diese zu Unrecht eingesperrten Männer auf freien Fuß zu setzen“, sagte Garang. Unter den Festgehaltenen befinden sich zwei ehemalige Minister der südsudanesischen Regierung.

          Bislang forderte der Konflikt schon 10.000 Tote

          Das Waffenstillstandsabkommen scheint aber einen unverzüglichen Abzug der ugandischen Truppen vorzusehen, die seit Ausbruch des Konfliktes am 15. Dezember des vergangenen Jahres auf Seiten der Regierungstruppen kämpfen und offenbar bei der Rückeroberung der Stadt Bor zu Wochenbeginn eine entscheidende Rolle gespielt haben. „Die Ugander müssen innerhalb von 24 Stunden abziehen“, sagte Rebellensprecher Garang. Wie viele ugandische Soldaten in Südsudan im Einsatz sind, ist öffentlich nicht bekannt.

          Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen waren im Dezember in der Hauptstadt ausgebrochen, nachdem der zuvor entmachtete stellvertretende Präsident Machar offenbar mit einem Staatsstreich gescheitert war. Machar bestreitet den Putschversuch und beschuldigt Präsident Salva Kiir „diktatorischer Tendenzen“. Seither befinden sich die beiden größten Ethnien des Landes, die Dinka und die Nuer, in einem blutigen Krieg. Machar ist ein Nuer, Kiir ein Dinka. Sowohl die Vereinten Nationen als auch zahlreiche Hilfsorganisationen sowie die Kirchen in Südsudan beschuldigen beide Seiten schlimmster Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen. Nach bislang unbestätigten Angaben soll der Konflikt inzwischen schon mehr als 10.000 Tote gefordert haben. Rund eine halbe Million Menschen sind auf der Flucht.

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