https://www.faz.net/-gq5-8b05w

Terror in Tschad : Mindestens 30 Tote bei Selbstmord-Anschlägen

  • Aktualisiert am

Viele Menschen aus der Region des Tschadsees fliehen vor Boko Haram. Bild: dpa

Bei drei Selbstmord-Anschlägen auf einem Markt in Tschad sind mindestens 30 Menschen getötet worden. Bislang ist unklar, wer hinter den Attentaten steckt, doch die Spur führt zu einer Gruppe.

          1 Min.

          Auf einem Markt in Tschad sind am Samstag mindestens 30 Menschen getötet und rund 80 weitere verletzt worden. Drei Selbstmord-Attentäter sprengten sich im Ort Loulou Fou auf einer Insel im Tschadsee in die Luft, wie es in Tschads Sicherheitskreisen hieß. Wer für die Attentate verantwortlich ist, war zunächst nicht klar.

          In der Region war nach einer Reihe von Anschlägen der nigerianischen Islamistenorganisation Boko Haram erst Anfang November der Ausnahmezustand verhängt worden – mehr als 5000 Soldaten sind auf den Inseln und in den Dörfern am Tschadsee stationiert.

          Der Tschadsee grenzt an Tschad, Nigeria, Niger und Kamerun. Das Gebiet mit seinen dicht bewachsenen Ufergebieten ist ein Rückzugsraum für die Kämpfer von Boko Haram, die im Norden Nigerias einen islamistischen Staat errichten wollen. Mehrere Länder der Region, darunter Tschad, haben sich zu einer Koalition gegen die Islamisten zusammengeschlossen.

          Die Extremisten haben schon seit längerer Zeit ihre Angriffe über Nigeria hinaus auch auf die Nachbarländer ausgedehnt. Boko Haram hatte im März der im Irak und Syrien kämpfenden Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) den Treueschwur geleistet.

          Im Oktober gab es bereits in der am Tschadsee gelegenen Stadt Baga Sola drei Explosionen, die 41 Menschen getötet haben sollen. Die Sicherheitskräfte vermuteten die Islamistengruppe Boko Haram hinter den Anschlägen. Die Terrorgruppe kämpft seit sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Schätzungsweise 17.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet.

          Weitere Themen

          Hüter der Beziehungen?

          Polens Staatspräsident Duda : Hüter der Beziehungen?

          Wenn am Montag ehemalige Auschwitz-Häftlinge gemeinsam mit ranghohen Politikern der Befreiung des Lagers gedenken, ist er Gastgeber: Andrzej Duda. Die Vorzeichen sind nicht die besten, seit Warschau mit Putin über Polens Rolle im Zweiten Weltkrieg streitet.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.