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Terrorattacke : Mindestens 147 Tote bei Angriff auf Universität in Kenia

  • Aktualisiert am

Die kenianische Armee rückte mit schwerem Gerät an, um gegen die Islamisten vorzugehen. Bild: dpa

Im Nordosten Kenias sind bei einer Attacke auf eine Universität mindestens 147 Menschen getötet worden. Die Angreifer haben sich auf dem Campus verschanzt. Zahlreiche Studenten befinden sich noch auf dem Gelände.

          Schwer bewaffnete Islamisten haben im Südosten Kenias eine Universität angegriffen und laut Behördenangaben mindestens 147 Menschen getötet. Etwa 65 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte das kenianische Rote Kreuz mit. Mehrere von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Zeugen zufolge hatten die Täter am frühen Donnerstagmorgen die Moschee der Universität von Garissa attackiert und wahllos auf die Anwesenden geschossen. Später drangen sie offenbar in die Schlafsäle vor.

          Bis zum Mittag seien 195 Studenten gerettet worden, hieß es. Es könnten aber noch zahlreiche Menschen in der Gewalt der Extremisten sein, sagte Innenminister Joseph Nkaissery. Nach 535 Studenten werde gesucht. Die Extremisten kontrollierten offenbar noch ein Wohnheim der Universität. Unter den Geiseln soll auch der Vize-Rektor der Universität sein.

          Die somalische al Shabaab-Miliz bekannte sich zu dem Angriff. Ein ranghoher Sprecher der Gruppe sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe sich um „eine heilige Operation“ mutiger al Shabaab-Kämpfer gehandelt. Weitere Details wollte der Mann, der sich in der Region Lower Juba im Süden Somalias aufhält und anonym bleiben wollte, nicht nennen. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht.

          „Die Angreifer haben sich den Weg zum Haupttor der Universität Garissa gebahnt, indem sie die Sicherheitskräfte am Eingang gegen 5.30 Uhr niedergeschossen haben“, hieß es in einer Polizeimitteilung. Anschließend sei es zu schweren Schusswechseln gekommen. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, dem Gelände fernzubleiben.

          „Jeder im Land ist dazu aufgerufen, wachsam zu sein, während wir unseren Feinden entgegentreten“, hieß es in einer Mitteilung des Präsidenten Uhuru Kenyatta. Der deutsche Vizebotschafter in Kenia, Friedo Sielemann, erklärte: „Deutschland verurteilt diese schreckliche Terrorattacke auf die Universität Garissa - einen Ort des Lernens und der persönlichen Entwicklung - auf das Schärfste.“ Die Bundesrepublik werde dem Land im Kampf gegen den Terrorismus in Ostafrika solidarisch zur Seite stehen.

          Auch Stunden nach dem Beginn der Attacke blieb die Lage unübersichtlich. „Mir wurde gesagt, die Situation sei unter Kontrolle, aber es gibt noch keine Details“, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Mwenda Njoka.

          Das kenianische Militär und die Polizei waren im Einsatz. Krankenwagen rasten zum Ort des Geschehens. Das Rote Kreuz richtete ein Zelt für Blutspenden ein.

          Der „Standard“ zitierte einen Sicherheitsbeamten mit den Worten, es habe zuvor Drohungen einer Terrorgruppe gegen die Universität gegeben. Garissa liegt im Südosten Kenias, rund 330 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Nairobi entfernt. Bis zur Grenze zum Nachbarland Somalia sind es etwa 150 Kilometer. Die Stadt hat etwa 120.000 Einwohner. Die Universität von Garissa wurde 2011 eröffnet. Sie ist die einzige öffentliche Hochschule in der Region.

          Die al Shabaab verübt seit Jahren immer wieder Anschläge in Kenia, weil das Land mit Truppen gegen die Extremisten im Einsatz ist. Erst im Dezember hatten Unbekannte eine Granate in ein Café in Garissa geworfen und zwei Menschen verletzt. Im April 2013 attackierten vier Männer ein Hotel in der Stadt und töteten sechs Menschen. Auch in Nairobi schlugen Terroristen bereits zu. Bei einem Angriff auf das Einkaufszentrum Westgate in der kenianischen Hauptstadt waren im September 2013 mindestens 67 Menschen ums Leben gekommen. Die mit Al Qaida verbündeten Extremisten attackieren Kenia, seitdem das Land Truppen zur Unterstützung des Kampfes gegen al Shabaab nach Somalia geschickt hat.

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