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Mali : Luftangriffe auf Dschihadisten

  • Aktualisiert am

Malische Truppen im Norden des Landes auf dem Weg nach Gao Bild: AP

Die französische Luftwaffe greift weiter mutmaßliche Stellungen der malischen Dschihadisten in Nordwesten des Landes an. An der Grenze zu Algerien wurde einer der Anführer der islamistischen Ansar al Dine festgenommen.

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          Die französische Luftwaffe hat in der Nacht zum Montag abermals Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der malischen Dschihadisten in Nordwesten des Landes geflogen. Ziele der Angriffe waren nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums Waffen- und Treibstoffdepots sowie Ausbildungslager von Al Qaida im islamischen Maghreb (Aqim) in der Stadt Tessalit sowie im Adrar des Ifoghas, einem Gebirgszug an der Grenze zu Algerien.

          An den Angriffen waren demnach einschließlich von Tankflugzeugen 30 Flugzeuge beteiligt. Die Führer der radikalen drei islamistischen Gruppen Ansar al Dine, Aqimi sowie Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (Mujao) sollen sich inzwischen in den unzugänglichen Bergen nahe der Stadt Kidal versteckt halten.

          Islamistenführer festgenommen

          Ebenfalls an der Grenze zu Algerien war nach malischen Angaben am Sonntag einer der Anführer der Gruppe Ansar al Dine festgenommen worden. Mohamed Moussa Ag Muhammad gilt als der Chef der „islamischen Polizei“ von Ansar al Dine und soll für Prügelstrafen und Amputationen verantwortlich sein. Er gilt als die Nummer drei von Ansar al Dine. Festgenommen worden sei er von einer nicht näher bezeichneten „bewaffneten Gruppe“, wie es in Bamako hieß.

          Dabei handelt es sich vermutlich um abtrünnige Kämpfer von Ansar al Dine, die sich inzwischen in einer Gruppe namens Islamische Bewegung des Azawad (MIA) organisiert haben und vorgeben, mit der malischen Regierung über ein friedliches Ende der Auseinandersetzung verhandeln zu wollen.

          Dieselbe Gruppe soll auch die Regionalstadt Kidal kontrollieren, wo inzwischen neben französischen Truppen auch Soldaten aus Tschad stationiert sind. Die Gruppe MIA lehnt die Entsendung malischer Truppen nach Kidal ab und begründet dies mit der Sorge vor Übergriffen auf die Tuareg-Bevölkerung.

          Spekulationen über französische Geiseln

          In Paris wurde unterdessen die Vermutung geäußert, dass die sieben französischen Geiseln im Sahel in den Ifoghas-Bergen festgehalten werden.

          Der französische Präsident François Hollande hatte während seines Besuchs in Mali am vergangenen Wochenende die Geiselnehmer aufgefordert, die Geiseln unverzüglich freizulassen. Nach seinen Worten sind französische Sondereinsatzkommandos den mutmaßlichen Geiselverstecken inzwischen „sehr nahe“ gekommen.

          Der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré sagte am Montag, seiner Regierung lägen Beweise dafür vor, dass mindestens vier der Geiseln am Leben seien. Die vier Franzosen – Thierry Dol, Daniel Larribe, Pierre Legrand und Marc Féret – waren im September 2010 von Mujao-Kämpfern nahe der Uranminen von Arlit in Niger entführt worden, wo sie für den französischen Energiekonzern Areva und ein Subunternehmen arbeiteten.

          Dieselbe Gruppe soll im November 2012 den französischen Touristen Gilberto Rodriguez Leal in der malischen Stadt Kayes nahe der Grenze zu Mauretanien entführt haben. Die beiden anderen Geiseln, Serge Lazarevic und Philippe Verdon, waren im November 2011 in Hombori im Nordosten Malis mutmaßlich von Aqim-Kämpfern verschleppt worden. Eine achte französische Geisel, Francis Collomp, wird mutmaßlich von einer radikalen islamistischen Bewegung aus Nigeria, die sich Ansaru nennt, festgehalten. Collomp war im Dezember 2012 an der nigrisch-nigerianischen Grenze überfallen worden.

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