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Mali : Al-Qaida-Gruppe ruft zum „Heiligen Krieg“ auf

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Im Fadenkreuz der Islamisten: Ein französischer Soldat in Gao Bild: AFP

Nach dem Beginn von Selbstmordanschlägen radikalen islamistischen Rebellen auf internationale Truppen in Gao hat die Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel zum Kampf in Mali aufgerufen.

          Der Ableger des Terrornetzwerks Al Qaidas auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) hat Muslime in aller Welt zum „Heiligen Krieg“ in Mali aufgerufen. „Es ist eine Pflicht für jeden fähigen Muslim, die Muslime in Mali zu unterstützen“, schrieb das AQAP-Scharia-Komitee am Dienstag laut Angaben von SITE; einem amerikanischen Unternehmen, dass islamistische Internetauftritte überwacht.

          Der Dschihad-Aufruf von AQAP, die nach Einschätzung amerikanischer Beamten gegenwärtig die gefährlichste Al-Qaida-Gruppe darstellt, erfolgte wenige Tage nach dem Beginn der Selbstmordanschläge radikaler Islamisten in der malischen Stadt Gao. Sie richten die sich gegen die regulären Streitkräfte Malis und die internationalen Truppen in der Stadt . Frankreich hatte vor einem Monat eine Militäroffensive mit der malischen Armee eröffnet, um die radikalislamistischer Rebellen im Norden des Landes an einem weiteren Vormarsch in Richtung Süden zu hindern. Dabei stießen die Soldaten praktisch auf keinen Widerstand, bis die Rebellen vor wenigen Tagen schließlich in Gao mit einer Gegenoffensive begannen.

          Malische Regierungstruppen und Soldaten aus Niger patrouillierten am Dienstag in den Straßen von Gao und nahmen sporadisch Personen fest. Bis auf die Patrouillen wirkte die Stadt verlassen. Die Sicherheitskräfte entdeckten täglich Lager mit Sprengsätzen und Munition, hieß es aus malischen Sicherheitskreisen.

          Nach dem Selbstmordanschlag am Sonntag nimmt ein malischer Soldat  in Gao einen Mann fest Bilderstrecke

          Ungeklärt bleibt weiterhin, ob nach dem Ende der Kampfhandlungen eine Friedensmission der Vereinten Nationen in Mali beginnen wird. Laut Angaben eines Vertreters der Vereinten Nationen in New York hat sich die Regierung in Bamako bislang noch nicht entschieden, ob sie Blauhelmsoldaten für eine UN-Mission anfordern will.

          Im UN-Sicherheitsrat zeichnet sich derweil laut Angaben des stellvertretenden UN-Generalsekretärs Jan Eliasson eine wachsende Zustimmung für eine Blauhelmission in Mali ab. Allerdings wies auch Eliasson darauf hin, dass die UN „noch kein grünes Licht von der malischen Regierung“ bekommen habe. Mit einer Entsendung, für die ein Mandat des UN-Sicherheitsrates erforderlich ist, rechnet Eliasson frühestens, „wenn die Phase der Kämpfe vorbei ist und sich die Situation stabilisiert hat.“

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