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Libyen : Außer Kontrolle

Das Land, das einmal Libyen hieß, gerät völlig außer Kontrolle. Und alle sehen ratlos zu.

          Die Fallgeschwindigkeit Libyens ist beängstigend, und alle sehen ratlos zu. Das Land, das einmal Libyen hieß, gerät völlig außer Kontrolle: Die Wüsten im Süden Libyens sind ein Nährboden für den internationalen Terrorismus, und in der Anarchie, die sich ausgebreitet hat, schaffen nur noch lokale Milizen für die Bevölkerung ein Minimum an Sicherheit.

          Die Vereinten Nationen scheitern seit Monaten sogar bei dem Versuch, die politischen Vertreter der beiden rivalisierenden Regierungen an einen Tisch zu bringen, und die Arabische Liga kann sich wieder einmal nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. So unterstützen Saudi-Arabien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate das antiislamische Parlament in Tobruk, das von diesen mehr Waffen fordert; Qatar aber stützt die islamische Regierung in Tripoli – und Algerien will einfach nur vermitteln.

          Die afrikanischen Nachbarn fordern hingegen seit Monaten eine internationale Militärintervention. Sie soll der Weisheit letzter Schluss sein, als ob es 2011 nicht eine Militärintervention gewesen wäre, die das Unglück erst ins Rollen gebracht hat.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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