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Libyen : Anschlag auf französische Botschaft in Tripolis

Nach dem Anschlag in Tripolis Bild: AP

Bei der Explosion einer Autobombe vor der französischen Botschaft in Tripolis sind drei Menschen verletzt worden. Es war der erste Terrorangriff auf eine westliche Einrichtung in Tripolis seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes.

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          In der libyschen Hauptstadt Tripolis ist am frühen Dienstagmorgen ein Bombenanschlag auf die französische Botschaft verübt worden. Dabei wurden nach französichen Angaben zwei Wachleute verletzt, einer von ihnen schwer, wie in der libyschen Presse unter Berufung auf französische Diplomaten berichtet wurde. Die Explosion richtete schweren Schaden am Botschaftsgebäude an, mehrere Autos wurden total zerstört.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Der französische Präsident François Hollande verurteilte den Anschlag scharf. „Dieser Akt zielt über Frankreich hinaus auf alle Länder der internationalen Gemeinschaft, die sich im Kampf gegen den Terrorismus engagieren“, hieß es in einer Erklärung des Élysée-Palastes in Paris. Wie Hollande kündigte auch Außenminister Laurent Fabius an, Frankreich werde mit den libyschen Behörden alle Anstrengungen unternehmen, um „Licht in die Umstände dieser abscheulichen Tat zu bringen“ und die Täter schnell vor Gericht zu bringen.

          Zusammenhang mit Mali-Einsatz?

          Es war der erste Terrorangriff auf eine westliche Einrichtung in Tripolis seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes. Über die Hintergründe der Tat stand bis zum Dienstagnachmittag noch nichts fest. Beobachter in der libyschen Hauptstadt äußerten die Einschätzung, der Terroranschlag sei womöglich eher als eine „symbolische Botschaft“ und „Drohung“ gemeint gewesen. Der Zeitpunkt spreche dafür, dass es nicht darum gegangen sei, viele Menschen zu töten oder zu verletzen hieß es.

          In Tripolis wurde unter anderem über einen Zusammenhang mit dem französischen Militäreinsatz in Mali spekuliert. In Libyen gibt es mehrere islamistische Gruppen, die gegen das Mali-Engagement der französischen Regierung sind. Noch immer ringt sie neue Führung um Stabilität im Land und um die Kontrolle über zahlreiche Milizen.

          Bild: F.A.Z.

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