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Krieg in Südsudan : Khartum und Juba erwägen gemeinsame Einheiten

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Frühere Todfeinde im Gespräch: Sudans Präsident Omar al Baschir (links) traf in Juba Südsudans Präsidenten Salva Kiir. Bild: AFP

Sudans Präsident Baschir schaltet sich in den Konflikt im südlichen Nachbarland ein. Bei einem Besuch in Juba verhandelte er mit Südsudans Präsident Kiir über die Aufstellung gemeinsamer Armeeeinheiten, um die Ölfelder zurückzuerobern.

          Sudans Präsident Omar al Baschir hat sich in die Bemühungen um die Beendigung des Bürgerkriegs in Südsudan eingeschaltet. Am Montagvormittag traf Baschir in der südsudanesischen Hauptstadt Juba ein, um mit dem Präsidenten des Landes, Salva Kiir, über die Lage zu beraten. Nach Angaben der sudanesischen Regierung in Khartum regte Kiir in dem Gespräch die Aufstellung gemeinsamer Armeeeinheiten zur Sicherung der Ölfelder im Süden an. Das sagte Sudans Außenminister Ali Karti nach seiner Rückkehr aus Juba.

          In Khartum gibt es Befürchtungen, dass der Konflikt den Ölfluss aus dem Süden beeinträchtigen könnte, der für die Wirtschaft beider Länder zentrale Bedeutung hat. Südsudan hatte sich erst 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg von Sudan abgespalten. Die Rebellen unter Führung des abgesetzten ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar hatten in den vergangenen drei Wochen die wichtigsten Ölfördergebiete Südsudans erobert.

          Nach den Vereinigten Staaten erhöhte auch China, der mit Abstand wichtigste Abnehmer des Öls, am Montag den Druck auf die Konfliktparteien. Außenminister Wang Yi forderte in Äthiopien die sofortige Einstellung der Kämpfe in Südsudan. Er rief beide Seiten auf, einem Waffenstillstand ohne Bedingungen zuzustimmen. Der Außenminister besuchte die äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba als Teil einer sechstägigen Afrikareise.

          In Addis Abeba kam es am Montag vier Tage nach dem Eintreffen der Verhandlungsdelegationen erstmals zu direkten Gesprächen zwischen den Konfliktparteien. Dies bestätigte ein Sprecher des Verhandlungsteams der Rebellen der Deutschen Presseagentur. Offenbar müssen sich beide Seiten noch auf die genauen Modalitäten für den Dialog einigen. Inhaltlich sollen in den nächsten Tagen vor allem ein Waffenstillstand und politische Lösungen für den seit Mitte Dezember tobenden Bürgerkrieg auf der Agenda stehen. Die Gespräche hatten sich in den vergangenen Tagen immer wieder verzögert. Zunächst hatten die Delegationen nur einzeln mit Vertretern der nordostafrikanischen Regionalorganisation Igad verhandelt, die als Vermittler agiert.

          Auch am Montag gab es aber wieder Berichte über schwere Kämpfe in Südsudan, vor allem rund um die Hauptstadt des Bundesstaates Jonglei, Bor. Dabei soll in den vergangenen Tagen auch ein ranghoher Militärführer, der Kiir nahe steht, getötet worden sein. Regierungstruppen rückten auf die umkämpfte Stadt vor, um sie von den Rebellen zurückzuerobern. Viele Soldaten sollen auf die Seite der Rebellen übergelaufen sein.

          In Berlin teilte ein Sprecher von Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit, das Auswärtige Amt habe der Welthungerhilfe zunächst 495000 Euro für humanitäre Hilfe im Südsudan zur Verfügung gestellt, um die von den Kämpfen vertriebenen Binnenflüchtlinge zu versorgen. „Die Verzögerungstaktik in Addis Abeba lässt befürchten, dass die Konfliktparteien kein wirkliches Interesse an einer schnellen politischen Konfliktlösung haben. Der Druck aus Afrika und der internationalen Gemeinschaft muss deshalb weiter erhöht werden“, sagte Steinmeier. Angesichts der unübersichtlichen Sicherheitslage sei die Organisation und Verteilung von Hilfe im Südsudan derzeit gefährlich und schwierig. Sobald es sichere und zuverlässige Zugangswege zu den Flüchtlingen gebe, könne auch die internationale humanitäre Hilfe verstärkt werden. Nach Angaben des Roten Kreuzes befinden sich innerhalb des Landes 200000 Menschen auf der Flucht vor den Kämpfen.

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