https://www.faz.net/-gq5-7j406

Kongo : M23-Rebellen kapitulieren vor Armee

  • -Aktualisiert am

M23-Kämpfer bei Sake (Archivbild) Bild: REUTERS

Die kongolesische Rebellenarmee M23 hat kapituliert. Sie verkündete ein Ende des Aufstands. Die meisten der M23-Kämpfer sollen nach Ruanda geflüchtet sein.

          2 Min.

          Die ostkongolesische Rebellengruppe M23 hat nach schweren und offenbar verlustreichen Kämpfen mit der kongolesischen Armee am Dienstag endgültig die Waffen gestreckt. „Wir beenden mit dem heutigen Tag unseren Kampf und werden versuchen, unsere Forderungen auf rein politischem Weg durchzusetzen“, hieß es in einer Erklärung des politischen Kopfes des M23, Bertrand Bisimwa. Die militärischen Führer der Rebellion forderte Bisimwa auf, ihre Truppen „für die Entwaffnung“ vorzubereiten.

          Bereits am frühen Dienstagmorgen hatte der kongolesische Regierungssprecher Lambert Mende den „totalen Sieg über den M 23“ verkündet, was zunächst aber nicht von der Armee bestätigt wurde. Die meisten der M23-Kämpfer sollen nach Ruanda geflüchtet sein. Ruanda hatte den desertierten kongolesischen Soldaten in den vergangenen 18 Monaten wiederholt militärische Hilfe gewährt.

          Der Sieg über den M23 ist der erste militärische Erfolg der kongolesischen Armee über eine Rebellengruppe seit mehr als 20 Jahren. Die Kapitulation der Rebellen ist das Resultat einer mit erstaunlicher Geschwindigkeit vorgetragenen Offensive der kongolesischen Armee, die keine zehn Tage dauerte und in deren Verlauf den Rebellen nahezu täglich schwere Niederlagen beigefügt wurden. Immer wieder hatte auch die neue schnelle Eingreiftruppe der Mission der Vereinten Nationen in Kongo, Monusco, in die Kämpfe eingegriffen, so zum letzten Mal am Montagabend, als sie eine Position der Rebellen mit Granaten beschossen hatten.

          Massiver internationaler Druck

          Zum Schluss hielten die Rebellen nur noch zwei Hügel im Dreiländereck von Kongo, Ruanda und Uganda. Offenbar ist der schnelle Sieg über die Rebellen nicht nur einer neuen Kommandostruktur der kongolesischen Armee sowie der Unterstützung durch die Vereinten Nationen geschuldet, sondern auch massivem internationalen Druck auf die ruandische Regierung.

          Nach Informationen aus Kinshasa soll der amerikanische Außenminister John Kerry unmittelbar nach Beginn der Offensive der kongolesischen Armee den ruandischen Präsidenten Paul Kagame telefonisch vor einer weiteren Unterstützung des M 23 gewarnt haben. Offenbar hat sich die ruandische Regierung daran gehalten.

          Bild: F.A.Z.

          Ruanda wird seit Beginn der Rebellion in Ostkongo vor rund 18 Monaten für seine ständige Einmischung in innerkongolesische Angelegenheiten scharf kritisiert. Der M23 rekrutiert sich aus ehemaligen kongolesischen Tutsi-Rebellen, die gemäß des Friedensabkommens vom 23. März 2009 (daher der Name M23) in die regulären Streitkräfte integriert worden waren und in Ostkongo eine Armee innerhalb der Armee gebildet hatten.

          Die Regierung in Kinshasa hatte daraufhin versucht, diese Tutsi auf Militärstützpunkte in anderen Landesteilen zu verteilen, woraufhin diese desertiert waren und eine Rebellion begonnen hatten. In deren Verlauf besetzten sie im November vergangenen Jahres die  Provinzhauptstadt Goma kurzzeitig. Die von Tutsi dominierte Regierung in Ruanda unterstützt diese kongolesischen Tutsi seit vielen Jahren, weil sich so der politische und wirtschaftliche Einfluss Ruandas in Ostkongo aufrechterhalten lässt.

          Weitere Themen

          Söder hat keine Eile in Sachen Kanzlerkandidatur

          Nach Wahl Laschets : Söder hat keine Eile in Sachen Kanzlerkandidatur

          Bayerns Ministerpräsident warnt nach dem CDU-Parteitag vor einem „Frühstart“ bei der K-Frage und nennt einen geeigneteren Zeitpunkt. Die Grünen machen klar, dass sie im Wahlkampf trotz Aussichten auf eine Koalition die Unterschiede zur Union betonen wollen.

          Topmeldungen

          Nach Wahl Laschets : Söder hat keine Eile in Sachen Kanzlerkandidatur

          Bayerns Ministerpräsident warnt nach dem CDU-Parteitag vor einem „Frühstart“ bei der K-Frage und nennt einen geeigneteren Zeitpunkt. Die Grünen machen klar, dass sie im Wahlkampf trotz Aussichten auf eine Koalition die Unterschiede zur Union betonen wollen.
          Fahndungsfotos um 1971 von Mitgliedern der Baader-Meinhof Gruppe.

          Südlich von Hamburg : Waldarbeiter entdecken mögliches RAF-Depot

          Waldarbeiter haben in Niedersachsen einen ungewöhnlichen Fund gemacht: In einem vergrabenen Fass haben sie mutmaßliche RAF-Schriftstücke und andere verdächtige Gefäße entdeckt. Das Landeskriminalamt untersucht den Fund nun.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.