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Kommentar : Zwei Gemiedene

Putins Besuch bei Ägyptens Machthaber al Sisi ist eine Inszenierung. Beide Präsidenten können vortäuschen, sie wären international nicht isoliert.

          Der eine war KGB-Mann, der andere Armeechef. Als Präsidenten regieren sie ähnlich: Sowohl der Russe Wladimir Putin als auch der Ägypter Abd al Fattah al Sisi setzen auf Repression und schränken Freiheiten massiv ein. Der Besuch Putins in Kairo nutzt beiden.

          Zum ersten Mal in den sieben Monaten seiner Herrschaft empfängt Sisi, der außerhalb der arabischen Welt gemieden wird, hohen Staatsbesuch, und auch Putin kann glauben machen, dass er keineswegs isoliert ist, sondern, wenn auch nur in Kairo, ein gerngesehener Gast. Zwei, die sich vom demokratischen Westen ungerecht behandelt fühlen, kommen da zusammen, vereinbaren mehr Zusammenarbeit, auch mit Blick auf Medien, was nichts Gutes verheißt.

          Berechnend nutzt Putin die Chance, dass der Westen mit seiner Kritik an der Unterdrückung in Ägypten auf Distanz zum Regime Sisi gegangen ist. Mit dem Krieg gegen den IS und den islamistischen Terror neigt der Westen allmählich wieder Ägypten zu. Dieser Krieg ist ohne arabische Bodentruppen nicht zu gewinnen. Bevor diese Annäherung einsetzt, macht Putin seinen Einfluss in Ägypten geltend.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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