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Kommentar : Machtkampf bei Boko Haram

Mit einem Video über der entführten Schulmädchen von Chibok will Boko-Haram-Chef Shekau nicht nur die nigerianische Regierung unter Druck setzen, sondern auch ein Zeichen an den IS senden.

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          Warum gelangt das jüngste Video der von der Terrororganisation Boko Haram entführten Schulmädchen just in dem Moment an die Öffentlichkeit, in dem der „Islamische Staat“ eine neue Führung der mit ihm verbündeten Terrorgruppe angeordnet hat?

          Die IS-Propaganda hat in den vergangenen Wochen vor allem überregionale Selbstmordanschläge von Boko Haram auf Regierungseinrichtungen in Tschad, Niger und Kamerun gefeiert und dabei auffällig oft ignoriert, dass die weitaus meisten Anschläge, Gefechte und (muslimischen) Opfer im Nordosten Nigerias zu finden sind.

          Der offiziell abgelöste Boko-Haram-Chef Shekau hat mit seinem Video nun auf zwei Dinge aufmerksam gemacht: Dass sich die Mädchen weiter in der Gewalt seiner Fraktion befinden und nur mit ihm über eine Freilassung zu verhandeln ist. Und: Dass der Krieg weiterhin vor allem in den Dörfern und Wäldern tobt, in denen er auch schon vor der Allianz mit dem IS geführt wurde. Dort setzt Nigerias Regierung Boko Haram zu.

          Eine Spaltung der Terroristen könnte ihr nutzen – solange diese nicht anfangen, sich mit Anschlägen selbst zu überbieten.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

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