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Anschlag in Kenia : Blutige Botschaft

Garissa: Sanitäter helfen einem Verletzten. Bild: AFP

Mit dem Anschlag von Garissa beschwört Al Shabaab einen Krieg zwischen Muslimen und Christen herauf. Kenia soll dazu gebracht werden, seine Truppen aus Somalia abzuziehen.

          Der Anschlag von Garissa ist für Al Shabaab ein Zeichen von Stärke inmitten einer Phase der Schwäche. Die Terrorgruppe verliert in Somalia zunehmend an Boden im Krieg gegen die vom Westen bezahlte Eingreiftruppe der Afrikanischen Union, an der sich auch Kenia beteiligt.

          Auch wenn die menschenverachtende Tat für internationale Empörung sorgt, richtet sich ihre Botschaft in erster Linie an Kenia: Nairobi soll dazu gebracht werden, seine Truppen abzuziehen, was von manchen Oppositionsparteien bereits gefordert wird. Den Krieg zwischen Muslimen und Christen, den Al Shabaab heraufbeschwört, kann die Gruppe zudem nutzen, um das eigene Dasein zu rechtfertigen und neue Rekruten anzuwerben.

          Garissa liegt in einer vor allem von ethnischen Somaliern bewohnten Region. Jahrzehntelang wurde sie vernachlässigt. Erst vor wenigen Jahren wurde die Hochschule eröffnet. Sie ist dort die einzige weit und breit. Man mag es sich kaum ausmalen, was jetzt in kenianischen Familien vorgeht, die viel auf sich genommen haben, um wenigstens einem Kind ein Studium zu ermöglichen.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

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