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Sudan : Dein Feind und Partner

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Der Stock des Herrschers: Sudans Präsident Omar al Baschir lässt sich in Khartum feiern. Bild: (c) MOHAMED NURELDIN ABDALLAH/Re

Der Kampf gegen den islamistischen Terror ist das neue politische Kapital der Regierung Sudans. Im Westen gilt das Land als Schurkenstaat – und doch nähert man sich an.

          Es ist der eine Satz, der alles sagt. Er stammt vom Minister für Wasser und Energie, einem Technokraten in einem ansonsten stark ideologisch geprägten Kabinett: „Ob ihr diese Regierung mögt oder nicht: Wenn ihr Stabilität wollt, gibt es keine Alternative zu uns“, sagt Mutaz Musa Abdallah Salim.

          Was er damit meint, ist die geopolitische Situation Sudans: Der westliche Nachbar Libyen ist zum neuen Sammelpunkt radikaler Islamisten geworden. Weiter im Süden, in Nigeria, tobt die Terrorgruppe Boko Haram. In Somalia im Osten kontrolliert die Miliz Al Shabab immer noch große Teile des Landes und drängt gen Kenia und nach Äthiopien. Und im Norden Sudans liegt Ägypten, von dem kaum einer weiß, wie es dort politisch in zehn Jahren aussehen wird. Jenseits des Roten Meeres wiederum liegen Saudi-Arabien und der Jemen. Aus dem einen kommt das Geld für die Radikalen, und in dem anderen haben sie mehr oder weniger gerade die Macht übernommen. Und mittendrin liegt Sudan – ein Land, von dem die Amerikaner einerseits behaupten, es sei ein Schurkenstaat, sich andererseits aber trotzdem gerade vorsichtig annähern.

          Kamal Ismael steht die Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Der Staatsminister im sudanesischen Außenministerium ist gerade aus Washington zurückgekehrt. Er hat dort an den ersten bilateralen Gesprächen auf Regierungsebene seit mehr als 25 Jahren teilgenommen. Er sagt, die Gespräche seien „vernünftig“ verlaufen. Worüber konkret verhandelt wurde, sagt er nicht, aber dazu gehört nicht viel Phantasie.

          Es wird um eine Lockerung des amerikanischen Handelsembargos gegangen sein, um Zugang zum internationalen Finanzmarkt, um die gar nicht so friedlichen Südsudanesen und vor allem: um die radikalen Islamisten, die sich in diesem Teil der Welt ausbreiten. „Wenn ich Außenminister in Europa oder Amerika wäre, würde mir ein Blick auf die Landkarte genügen, um Sudan als interessanten Partner einzustufen“, sagt der Staatsminister und grinst.

          Mit dem Kampf gegen den Terror das Image aufbessern

          Der Kampf gegen den islamistischen Terror ist das neue politische Kapital der Regierung in Khartum. Sie will es nutzen, um ihr Image als Schurkenstaat loszuwerden und die Beziehungen zumindest zu Europa neu zu ordnen. Man kann auch sagen: zu normalisieren. Dazu zählt unter anderem die Einladung deutscher Journalisten durch das Außenministerium. „Wir trauen den Amerikanern nicht, dafür sind unsere Erfahrungen mit ihnen zu schlecht. Aber wir hoffen, dass Europa unsere Anstrengungen um Sicherheit und Frieden zu würdigen weiß“, sagt Ismael.

          Im Kampf gegen den radikalen Islamismus ist auf Sudan in der Tat Verlass. Das sagen sogar die Amerikaner. Für das Regime in Khartum sind die Radikalen von existentieller Bedrohung, und entsprechend robust geht es dagegen vor. Es ist durchaus bemerkenswert, dass der Geheimdienst der Islamischen Republik Sudan das Kulturzentrum Irans in Khartum unter dem Vorwurf der „politischen Agitation“ schließen lässt, wie es der Sprecher des Außenministeriums, Yousif El Kordofani, formuliert.

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