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Kampf gegen Boko Haram : Nigerias Präsident entlässt gesamte Armeeführung

  • -Aktualisiert am

Seit Ende Mai im Amt: der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari Bild: AFP

Die nigerianische Armee hat im Kampf gegen Boko Haram zusehends an Terrain verloren. Nun zieht Präsident Muhammadu Buhari Konsequenzen - und entlässt die gesamte Führung der Armee sowie den nationalen Sicherheitsberater.

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          Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari hat am Montag die gesamte Führung der nigerianischen Armee sowie den nationalen Sicherheitsberater, Oberst Sambo Dasuki, entlassen. Sowohl der Generalstabschef der Armee als auch die Kommandeure von Armee, Luftwaffe und Marine müssen ihren Posten verlassen. Das bestätigte Buharis Sprecher in der Hauptstadt Abuja. Die Nachfolger sollen in den kommenden Tagen vorgestellt werden. Der Ende Mai als neuer Präsident vereidigte Buhari hatte seine Unzufriedenheit mit der Armee im Kampf gegen die Terrorgruppe Boko Haram mehrfach kundgetan.

          Der Umfang der Entlassungen deutet darauf hin, dass Buhari die Streitkräfte komplett neu organisieren will. Unmittelbar nach seiner Amtseinführung hatte Buhari das Hauptquartier der Armee von Abuja nach Maiduguri verlegt, der Hochburg von Boko Haram. Nicht alle Kommandeure waren damit einverstanden.

          Wie es am Montag in Abuja hieß, sollen die neuen Befehlshaber die Zusammenarbeit mit den Armeen von Tschad und Niger verstärken. Beide Länder hatten im Februar zur Bekämpfung von Boko Haram Bodentruppen nach Nigeria verlegt. Insbesondere tschadische Offiziere aber beklagen die mangelnde Unterstützung durch die Nigerianer. Zahlreiche Ortschaften in Nigeria, die von Tschadern freigekämpft worden waren, seien wieder unter die Kontrolle von Boko Haram gefallen, weil Nigerias Armee nicht nachrücke. Im Mai hatten Nigeria, Tschad, Niger, Kamerun und Benin die Aufstellung einer Eingreiftruppe beschlossen, die zwar in Tschad stationiert wird, aber unter nigerianischem Kommando stehen soll. Tschads Präsident Idriss Déby hatte mehr Professionalität von den Nigerianern verlangt, bevor er seine Soldaten diesem Kommando unterstellt.

          Die nigerianische Armee hatte kurz vor den Wahlen im März Erfolge gegen Boko Haram erzielt, doch waren diese in erster Linie dem Einsatz südafrikanischer Söldner zu verdanken, die von Buharis Vorgänger, Goodluck Jonathan, engagiert worden waren. Seither verliert die Armee in den Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa zusehends an Terrain. Alleine in den vergangenen zehn Tagen wurden mindestens 250 Menschen bei verschiedenen Bombenanschlägen in Nigeria getötet.

          In den Nachbarländern Kamerun und Tschad kamen am vergangenen Wochenende bei zwei Selbstmordattentaten ebenfalls 28 Menschen ums Leben. Das bislang letzte Attentat ereignete sich am Montag in Maiduguri, als ein mit Sprengstoff beladenes Auto an einer Straßensperre der Armee explodierte.

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